Rezension: Morrigan – Anwynn (Werewolf Records 2022)

Totgesagt leben manchmal eben doch länger. Eine Band die bereits seit 2013 als aufgelöst galt, ist Morrigan, die nach Streitigkeiten innerhalb der Band einige Jahre auf Eis lag. Nun aber erscheint mit „Anwynn“ das achte Album, allerdings ist von der Urbesetzung nur Beliar noch dabei, während Balor in anderen Bands aktiv ist. Musikalisch ist „Anwynn“ weiterhin im BM Bereich angesiedelt, allerdings ist der Sound aktuell vielseitiger ausgefallen. Das Album erscheint übrigens über Werewolf Records und ist als CD und Vinyl Version geplant.

Skeptisch was mich erwarten würde, lege ich nun die Promo zum neuen Morrigan Album ein und ja ich bin überrascht was ich zuhören bekomme. Traditioneller BM mit sehr vielen epischen Anleihen, weiß sofort ins Ohr zu gehen. Die Vocals bewegen sich meist im Klargesang Bereich, was ich aber als durchaus gelungen empfinde und da die Vocals dem Album so seinen Charakter verleihen. Die Songs sind in ihrem Aufbau nicht sonderlich komplex, aber gerade dadurch versprühen sie dieses authentische BM Feeling. Die Produktion drückt ordentlich ist, aber dennoch weit entfernt von einer sterilen Hochglanzproduktion. Beliar, der bis auf das Schlagzeug, für den Gesang und die restlichen Instrumente verantwortlich ist, versteht nach wie vor sein Handwerk und zeigt das mit Morrigan weiter zu rechnen sein muss. Ich bin sehr ehrlich und muss gestehen, dass mich die alten Alben eher weniger abgeholt haben, aber „Anwynn“ schafft es innerhalb kürzester Zeit mich abzuholen. „Anwynn“ ist ein starkes Gesamtwerk, bei dem es mir schwerfällt mich auf einen einzelnen Song festzulegen und einen Anspieltipp zu benennen. Jeder ,der die vorherigen Alben in seiner Sammlung hat, sollte sich „Anwynn“ in seine Sammlung stellen, allen andern sei geraten sich das Album anzuhören.

Fazit; Morrigan veröffentlichen nach fast 10 Jahren ein weiteres Album. „Anwynn“ ist ein spielerisch starkes Gesamtwerk, mit dem sich die Band eindrucksvoll zurück meldet. Beliar zeigt, dass er spielerisch Nichts verlernt hat und straft seine Kritiker Lügen. Kaufempfehlung!

Hörbeispiel:

Trackliste:

Bewertung

  1. Anwynn (Intro)
  2. Herald of the Sleep
  3. White as Snow
  4. Blind Witch
  5. Feoladaire
  6. Taech Duinn
  7. Rome
  8. Ivy
  9. Arawn (Outro)

Bewertung: 5/6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Koldkrypt – Holocauste Global (Hessian Firm 2022)

Die französische BM Formation Koldkrypt war mir bisher nicht bekannt, weshalb ich nicht mit allzu großen Erwartungen an die Promo des zweiten Albums „Holocauste Global“ gegangen bin. Meine Erwartungen wurden jedoch schnell übertroffen, präsentieren die Franzosen doch sehr rauen, aber auch sehr atmosphärischen BM. Erscheinen wird das Album sowohl digital, als auch als CD Version über Hessian Firm. „Holocauste Global“ umfasst insgesamt 7 Songs und eine Spieldauer von etwas weniger als einer Stunde. Das Artwork des Albums beschreibt denke ich mal den Inhalt recht gut, denn es ist schlicht, aber dennoch auf den Punkt gebracht.

Musikalisch ist das Album von Anfang an sehr vielseitig und dynamisch in seiner Ausrichtung. Meist bewegen sich die Stücke im mittleren bis schnellen Tempobereich und nur sehr selten drosselt die Band bzw. Typhus X, der einzige Protagonist hinter Band, das Tempo, um aber mit spielerisch starken Akustikparts die Atmosphäre der Songs zu verstärken. Der 4. Song „Divine Inquisition“ist hier ein gutes Beispiel, denn verbindet er die rauen Elemente mit sehr melodischen Klängen im mittleren Teil des Stücks. Markant sind aber auf jeden Fall die heiseren und krächzenden Vocals, die sich dem Gesamtbild jedoch sehr gut anpassen. Wer etwas für die BM Szene aus Frankreich übrig hat, sollte sich das Album in seine Sammlung stellen. Mir persönlich gefällt das Album als Gesamtwerk sehr gut, klar ich bin schon lange ein Fan des französischen BM‘s, weshalb ich gerne auf einen Anspieltipp verzichte. Das letzte Stück „Fungus“ ist ein überlanger Song, welcher jedoch durch seine Länge, viel vom Gesamtwerk des Albums bietet und deshalb schon fast für sich alleine stehen kann. Das Album bietet sehr wohl viele Feinheiten, die sich bei einem oberflächlichen Hören nicht unbedingt erschließen, weshalb „Holocauste Global“ einfach Zeit braucht um sein Potenzial zu entfalten.

Fazit: Die französische BM Kapelle Koldkrypt sollte man sich für die Zukunft merken, hat sie doch mit ihren zweiten Album „Holocauste Global“ ein Werk geschaffen, welches die rauen Facetten des BM‘s mit den der melodischen Elemente verbindet.

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. Miradors et barbelés…
  2. Aux oubliettes !
  3. Holocauste global
  4. Divine Inquisition
  5. Les yeux ouverts…
  6. Agoraphobie
  7. Fungus

Band: https://koldkrypt.bandcamp.com/releases

Bewertung: 5,5/6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Likheim – Alt Skal Svinne Hen… (Odium Records/ Underground Kvlt Records 2022)

Likheim ist eine noch sehr frische BM Band aus Norwegen. Die Band wurde als Ein – Mann Band von Gretn ins Leben gerufen, später fand er Mitstreiter, welche ihn bei der Realisierung der ersten EP unterstützt haben. Musikalisch ist die EP traditioneller BM ohne viele Schnörkel, dafür direkt. Digital ist die EP „Alt Skal Svinne Hen…“ bereits schon seit Wochen über Bandcamp zu erwerben, die CD Version jedoch ist erst seit wenigen Tagen über die Band selbst käuflich zu erwerben. „Alt Skal Svinne Hen…“ umfasst insgesamt 4 Songs, welche insgesamt eine Spieldauer von etwas mehr als 20 Minuten erreichen.

Die EP ist musikalisch ein kompletter Querschnitt durch den norwegischen BM. Die EP bietet für jeden das Passende, mich erinnert die Band an alte Enslaved, aber auch Carpathian Forest. Die 4 Songs gehen dabei gut ins Ohr und unterscheiden sich von ihrer Struktur und Ausrichtung. Schon der erste Song „Alt Skal Svinne Hen…“ weiß musikalisch Akzente zu setzen, klingt er doch so typisch norwegisch. Angesiedelt ist er im schnellen Tempobereich und er versprüht diese Atmosphäre, wie sie doch in den 90zigern in Norwegen weit verbreitet war. Etwas progressiver ist der nächste Song, welcher bisweilen rockig daherkommt. Überall den Songs jedoch thronen die Vocals von Gretn, die eine große Bandbreite abdecken und den Songs ihren Stempel aufsetzen. Mein absoluter Favorit der EP ist „Takens Kall“, dreckiger Sound und einfach in seiner Struktur, gräbt er sich tief in die Gehörgänge ein. Die Produktion ist druckvoll und zum Glück nicht auf Hochglanz poliert, was zur EP auch nicht wirklich passen würde. „Alt Skal Svinne Hen…“ holt den norwegischen BM wieder aus der Versenkung. Ein winziger Kritikpunkt habe ich dennoch, denn insgesamt ist die EP mit viel zu kurz, aber gut, so bleibt die Hoffnung, dass in absehbarer Zeit ein komplettes Album erscheinen wird.

Fazit: Freunde des norwegischen BM‘s sollte sich Likheim und deren EP „ Alt Skal Svinne Hen…“ auf ihren Einkaufszettel schreiben, denn die EP kann sich hören lassen und macht schon jetzt Lust auf mehr. Kaufempfehlung von von mir!

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. Alt skal svinne hen…
  2. Smerte
  3. Takens kall
  4. Stormen

Bewertung: 5,5/6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Neocortex – Am Ende des Feuers (Eigenproduktion 2022)

Neocortex dürfte außerhalb des Saarlandes noch nicht allzu bekannt sein, dass dürfte sich aber vielleicht nun schnell ändern, denn die Band hat gerade in Eigenregie ihr zweites Album „Am Ende des Feuers“ veröffentlicht. Musikalisch orientiert sich die Band am avantgardistischen und progressiven BM. Das Album ist definitiv ein Werk was etwas Zeit braucht um sich zu entfalten, aber dazu später mehr. Insgesamt haben inklusive Intro und Outro 10 Stücke ihren Weg auf das Album gefunden. Ein paar Worte noch zum Artwork, dass ich persönlich sehr gelungen finde.

Musikalisch hat die Band gegenüber ihren vorherigen Veröffentlichungen, die Messlatte nochmals deutlich höher gelegt. Die Stücke besitzen noch mehr Tiefe noch mehr Atmosphäre und vor allem noch mehr Feinheiten. Markant sind auf jeden Fall die Vocals, kraftvoll und dynamisch, erzeugen sie eine intensive Atmosphäre. Ein weiteres Merkmal sind die Violinenklänge, die dem Album dieses gewisse Etwas bringen. Die Musiker verstehen ihr Handwerk und haben sich für „Am Ende des Feuers“ viel Zeit gelassen und das merkt man dem Album zu jeder Zeit an. Wie bereits erwähnt ist „Am Ende des Feuers“ kein Album für einfach mal so nebenbei zu hören, denn beim Überfliegen des Albums entgehen viele Feinheiten des Werkes. Ich werde mich auch auf keinen Abspieltipp festlegen, denn meines Erachtens nach sollte das Album als ein komplexes und in sich stimmiges Gesamtwerk betrachtet werden. „Am Ende des Feuers ist definitiv kein Album für Alle, aber das braucht es auch nicht. Neocortex machen auf jeden Fall auf sich aufmerksam und das in beeindruckender Manier.

Fazit: Wem BM außerhalb der eingetretenen Pfade zu sagt, sollte sich „Am Ende des Feuers“ anhören und die Band mit dem Kauf unterstützen. Das Album bietet einen imposante Atmosphäre, die nicht alltäglich ist. Neocortex melden sich mit ihren zweiten Album zurück. Kaufempfehlung!

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. Einklang
  2. Fremder Bruder
  3. In der Entfremdung
  4. Am Ende des Feuers: Teil 1 – In Flammen
  5. Nothing
  6. Sic Transit Gloria Mundi
  7. Am Ende des Feuers: Teil 2 – Die Stille der Zweifler
  8. Flammenspiel
  9. Wie ein karges Lächeln
  10. Ausklang

Band:

https://n-o-x.bandcamp.com/

Bewertung: 5,5/6

@Mjöllnir/Seelenfeuer 2022

Rezension: Wrang – De Vaendrig (Dominance of Darkness Records 2022)

Die niederländische Formation Wrang hab ich bereits ein paar Mal auf der Bühne erleben können und jedes Mal konnte sie mich spielerisch überzeugen. Mit „De Vaendrig“ erscheint nun das zweite Album. Musikalisch haben sich die Niederländer gegenüber ihren vorherigen Veröffentlichungen nochmals steigern können und um es vorweg zu nehmen, zählt „De Vaendrig“ für mich persönlich zu den besten Alben des Jahres. Musikalisch bietet die Kapelle traditionellen BM ohne viel Schnickschnack, aber umso mehr beleben unterschiedlichen Einflüssen aus dem BM und dem Metal im Allgemeinen das Album. und ein imposanter Knapp eine Dreiviertelstunde Spieldauer und 7 Songs bietet das Album. Das Artwork ist äußerst gelungen .

Da liegt die Promo des neuen Albums der Niederländer nun vor mir und was soll ich sagen, außer das Album hat mich total geflasht. Starkes und präzises Riffing lässt die Kinnlade offen stehen. Von Anfang an entfacht die Band ein Feuerwerk und die druckvolle Produktion wird dem Gesamtwerk gerecht. Die Produktion klingt zu keinem Zeitpunkt überladen, was ich persönlich sehr gut finde, gibt es aktuell gerade im BM Bereich viele Veröffentlichungen ohne Seele, dafür überladen oder überproduziert. Die Band steigert sich im Vergleich zu den vorherigen Veröffentlichungen deutlich und spendiert den Songs nochmals mehr Tiefgang. Schon beeindruckend was hier abgeliefert wird. Wrang zählen nicht unbedingt zu den BM Bands, die einem sofort einfallen, wenn es um BM aus den Niederlanden geht, aber das dürfte sich mit „De Vaendrig“ schlagartig ändern. Einer der besten Songs der letzen Jahre überhaupt ist „Voorwaarts! De nacht roept“, welcher mit seiner Dynamik, seinem Riffing und vor allem der Atmosphäre überzeugen kann. Hör Euch den Song an, dann wisst ihr was ich meine. Wer die Niederländer bisher nicht kennt, sollte sich „De Vaendrig“ unbedingt in seine Sammlung stellen.

Fazit: Wrang schaffen es spielend ihre vorherigen Veröffentlichungen zu tippen. „De Vaendrig“ ist ein Album, das spielerisch und aus atmosphärischer Sicht überzeugen kann. Für mich rüttelt die Band schon jetzt am Thron des besten Albums 2022.

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. De vaendrig
  2. Jachttijd
  3. Voorwaarts! De nacht roept
  4. Bestevaer
  5. Afgunst
  6. Liturgie van zelfhaat

Bewertung: 6/6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Sicut Glacies – Eremitt – Vokter Av Tid (Wolfmond Productions 2022)

Sicut Glacies ist eine BM Formation, welche ihre Wurzeln in Italien und Norwegen hat. 2020 veröffentlichte die Band bereits ihr erstes Album „En reise gjennom kalde dimensjoner“ über das deutsche Label Wolfmond Productions. Die Band hält am eingeschlagenen Weg fest und präsentiert kalten norwegischen BM der 90ziger. Schon das Debütalbum habe ich besprechen dürfen und ich hab es für gut befunden. Die Ankündigung des neuen Album „Eremitt – Vokter Av Tid“ hat mein Interesse noch zusätzlich gesteigert hat. Zur Zeit ist nur eine CD Version des Albums geplant. Das Album ist bereits als Promo seit 2020 über Bandcamp zu hören ist, allerdings haben die 5 Songs hier noch keine Bezeichnung.

Musikalisch hat sich gegenüber dem Debütalbum nicht mal soviel geändert, dennoch ist die Atmosphäre dichter und die Songs sind ausgereifter in ihrem Aufbau. „Eremitt – Vokter Av Tid“ gibt es als Band schon etwas länger, weshalb es mich doch erstaunt, dass das Album erst jetzt offiziell veröffentlicht wird. Nun gut „Eremitt – Vokter Av Tid“ erscheint wie das Debütalbum über Wolfmond Productions. Kalter und düsterer BM, der mehr als nur eine Reminiszenz an die 90ziger darstellt, weiß eben auch heute noch zu gefallen. Disharmonische Klänge, vorwiegend im mittleren Tempo, kombiniert mit heiseren und krächzenden Vocals dominieren das Geschehen. Lange hab ich kein solches Werk mehr aus Norwegen gehört, umso mehr sauge ich die Klänge des Albums in mich hinein. BM Traditionalisten sollten „Eremitt – Vokter Av Tid“ sich mal zu Gemüte, alle andern jedoch auch, denn die Musiker aus Norwegen und Italien machen meines Erachtens nach alles richtig und sie kreieren diese ganze bestimmte Atmosphäre, die in den 90zigern in der Veröffentlichungen innewohnte. Vielen heutigen Veröffentlichungen fehlt meiner Meinung nach der Geist der damaligen Zeit, Sicut Glacies jedoch lassen den Spirit neu aufleben und verzichten auf unnötigen Ballast. Auf die Antwort auf die Frage nach einem Anspieltipp verzichte ich, denn für mich ist „Eremitt – Vokter Av Tid“ ein starkes Gesamtwerk, ohne wirklichen Schwächen, sieht man mal von der kurzen Spielzeit ab.

Fazit: Sicut Glacies veröffentlichen mit ihrem zweiten Album „Eremitt – Vokter Av Tid“ ein starkes Gesamtwerk, welches den BM Geist der 90ziger sehr gut einfängt. Mit Sicut Glacies muss zukünftig gerechnet werden, denn 2 starke Alben innerhalb von 2 Jahren sprechen schon Bände. Kaufempfehlung!

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. La Oss Minnes De Tapre Falne
  2. Eremitt – Vokter Av Tid
  3. Frozen, Silent and Pale
  4. Total Winter
  5. Eldgammelt Ekko

Bewertung: 5,5/6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Wallfahrer – Den Menschen so fern (Eigenproduktion 2022)

Die Formation Wallfahrer existiert nun auch schon einige Jahre und kann bereits auf drei Alben und eine EP zurückblicken. Anfang Mai ist nun das vierte Album „Den Menschen so fern“ in Eigenregie neben der digitalen Variante auch als CD Version erschienen. Anfang August ist eine Vinyl Version des Albums geplant. Musikalisch setzt die Band ihren eingeschlagenen Weg unbeirrt fort und präsentiert 5 überlange Songs. Atmosphärischer BM mit tiefgründigen Lyrics stehen auch auf dem vierten Album der Band auf dem Programm.

Wallfahrer ist eine Band, die nicht nur aus musikalischer Sicht überzeugen kann, sondern auch mit sehr tiefgründigen Lyriks aufwarten kann. Die Band legt immer wieder den Finger in die Wunden der Gesellschaft und dies ist auch bei „Den Menschen so Fern“ nicht anders. Die Stücke sind meiner Meinung nach noch dynamischer und auch mehr auf den Punkt gebracht? als bei den vorherigen Veröffentlichungen, gehen dafür aber noch besser ins Ohr, wie ich finde. Markant sind sind aber weiterhin die Vocals, welche den Songs das gewisse Etwas verleihen. Vergleiche zu Horn sind gar nicht mal soweit hergeholt. Wer die vorherigen Veröffentlichungen der Band kennt wird womöglich keine allzu großen Veränderungen feststellen, aber dennoch die vielen Feinheiten bemerken. Aktuell schwanke ich zwischen 2 Stücken bzgl. eines Anspieltipps, denn das gesamte Album gefällt mir außerordentlich gut, jedoch hat der zweite Song „Denunziantendoktrin“ aufgrund seiner Lyrics doch einen Hauch die Nase vorn. Die Produktion ist sehr druckvoll ausgefallen und auch das Artwork zum Album finde ich äußerst gelungen. „Den Menschen so fern“ ist für mich persönlich schon jetzt eines der besten Alben des Jahres.

Fazit: Wallfahrer liefern mit ihren vierten Album „Den Menschen so fern“ ein richtig starkes Album ab. Die Band schafft es ihre vorherigen Alben zu übertreffen. Besorgt Euch das Album über die Band selbst.

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. Marterlkult
  2. Denunziantendoktrin
  3. Im Einklang Mit Der Einsamkeit
  4. Refugium Natura
  5. Den Menschen So Fern

Band: https://wallfahrer.bandcamp.com/

Bewertung: 5,5/6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Gespinst – Heimwärts (Human Noise Records 2022)

Gespinst zählt zu den Bands, die bisher noch nicht allzu bekannt sein dürften, denn die Masse der bekannteren BM Formationen überschwemmt die Szene schon seit vielen Jahren. Es lohnt sich aber durchaus auch die kleineren Bands wie z.B. ins Blickfeld zu nehmen. Gespinst ist eine Ein – Mann – Band, welche mit „Heimwärts“ ihr zweites Album über Human Noise Records veröffentlicht. Das Digipak kann übrigens an Anfang Juni käuflich erworben werden. Musikalisch bietet die Band einen Querschnitt zwischen depressiven und atmosphärischem BM. Das Werk umfasst übrigens 6 Stücke. Ich finde das Artwork zum Album sehr gelungen.

Von Beginn an überzeugt das Album durch seinen Tiefgang, seine Atmosphäre und vor allem durch spielerisch starke Gitarrenriffs, die sehr auf Dynamik ausgelegt sind. Die Songs entwickeln sich mit fortschreitender Spieldauer und es finden sich immer wieder Überraschungsmomente wie bspw. im zweiten Stück „Der Ferne Ton“ mit einem wunderschönen Pianopart. Die Stimmung des Albums ist meist nachdenklich und melancholisch, was mir persönlich aber sehr gut gefällt. S.H. versteht sein Handwerk und teilt seine Gefühle, Erfahrungen oder Emotionen in seinen Songs mit. Die Songs bewegen sich meist im schleppenden Tempo, wenn das Tempo allerdings weiter gedrosselt wird, entfalten die Songs ihr wahres Potenzial. Wie bereits erwähnt legt sich S.H. nicht wirklich auf einen Stil oder ein Genre fest, nein er zeigt sich offen gegenüber anderen Genres und lässt diese in sein Werk mit einfließen. Ich werde mich auch auf keinen favorisierten Songs festlegen, denn das Album ist ein Gesamtwerk, welches eben auch als solches betrachtet werden sollte. Das letzte Stück ist ein reines instrumentales Stück, ohne Gesang, aber dennoch mit ordentlich Tiefgang. Wem BM fernab der eingeschlagenen Pfade zusagt, sollte sich „Heimwärts“ nicht entgehen lassen.

Fazit: Gespinst haben auf ihrem bald erscheinenden Album „Heimwärts“ nochmals musikalisch nochmals Einen draufsetzen können, die Songs, die Atmosphäre, wirken noch einen Ticken ausgereifter und das Songwriting stimmiger. Klare Kaufempfehlung von mir!

Hörbeispiel:

https://gespinst.bandcamp.com/releases

Trackliste:

  1. Das Leere Kreuz
  2. Der Ferne Ton
  3. Eis
  4. Abendglocken
  5. Nebel
  6. Abschied (Bonus)

Bewertung: 5/6

Band: https://m.facebook.com/Gespinst.official/

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Norest – 1993 (TeufelsZeug Records 2022)

Bereits die Ankündigung des ersten Lebenszeichen in Form des Debütalbums „1993“ der Mecklenburger um Norest machte mich neugierig, weshalb ich es kaum noch erwarten konnte das Album in seiner Gesamtheit zu hören. Nun also ist es offiziell über Teufelszeug Records erschienen und „1993“ kann man dort und über die Band selbst als CD Version erwerben. Musikalisch bietet die Band kalten und rauen BM der 90ziger und klingt dazu noch sehr oldschool. Die Spieldauer liegt bei etwas mehr als einer halben Stunde und umfasst inklusive Intro und Outro 8 Stücke.

Ein kurzes, aber stimmungsvolles Intro und schon ist der Hörer mitten im Geschehen. Das Album ist eine Hommage an die 90ziger, eine Epoche im BM, die auch heute für BM Nostalgiker zu der besten Zeit des BM‘s zählt. Norest kopieren nicht einfach den Sound oder die Atmosphäre, nein sie hauchen ihren Stücken die Atmosphäre dieser Epoche ein. Die Stücke sind sehr dynamisch in ihrem Aufbau und auch die markanten Vocals prägen sich schnell ein. Die Erfahrungen der einzelnen Musiker in anderen Bsnds merkt man den Stücken deutlich an. BM Puristen dürften frohlocken, denn heutzutage gibt es eben nur noch wenige authentische Alben wie „1993“, zumal die Produktion sich hören lassen kann und das Album zu einem starken Gesamtwerk macht. Musikalisch wird mit der Band auch zukünftig zu rechnen sein, denn ein starker Anfang ist der Band mit „1993“ definitiv geglückt. Mir fällt es schwer einen einzelnen Song hervorzuheben, dennoch möchte ich euch den Titelsong „1993“ ans Herz legen, versprüht er doch soviel der bereits erwähnten Nostalgie der 90ziger.

Fazit: Norest veröffentlichen mit ihren Debütalbum „1993“ einen starken Einstieg. Das Album steht für rauen aber auch sehr authentisch BM und kommt gut ohne irgendwelchen Schnickschnack aus. Kaufempfehlung an BM Nostalgiker!

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. Intro
  2. Eins mit der Natur
  3. Der alte Mann und der Tod
  4. Weil alles vergeht
  5. Der Zorn, er lacht
  6. 1993
  7. Ich bin der Wind
  8. Outro

Band:

https://m.facebook.com/NorestPomeranianBlackMetal

Bewertung: 5,5/ 6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Anheim – Anihorim (TeufelsZeug Records 2022)

Eine sehr frische Band in der deutschen BM Szene ist Anheim, die erst seit 2020 existieren. In dieser kurzen Zeit veröffentlichte die Band aus Würzburg, eine erste EP, bevor Mitte April das erste Album „Anihorim“ folgte. Das Album ist als Digipak über das noch frische Label TeufelsZeug Records erschienen. Musikalisch orientiert sich die Band am melodischen und atmosphärischen BM mit sehr starken skandinavischen Einschlag. Die Eckdaten des Albums können sich durchaus sehen lassen, denn „Anihorim“ umfasst insgesamt 8 Songs und eine Spieldauer von knapp 46 Minuten. Das Artwork finde ich sehr gelungen, weil es Spielraum für Interpretationen lässt.

Ein kurzes und stimmungsvolles Intro leitet das Album ein und um es vorweg zunehmen die Würzburger legen auch sofort los wie die Feuerwehr. Die musikalischen Vorbilder dürften eindeutig in Schweden liegen, denn von wenigen Ausnahmen abgesehen, bewegen sich die Stücke vorwiegend im schnellen Tempobereich, nur sehr selten tritt die Band auf die Bremse um dann kurze Zeit später wieder das Gaspedal durchzutreten. Kraftvolle und heisere Vocals runden das Album ab. Im Vordergrund steht jedoch der aggressive Gitarrensound, der an Bands aus Schweden erinnert. Die Songs sind gegenüber der EP „Märe einer alten Zeit“ nochmals in ihrer Struktur filigraner und weisen vielmehr Feinheiten auf. Überhaupt sind die Stücke mitreißender BM, was mir persönlich sehr gefällt. Es fällt mir sehr schwer ein persönlichen Favoriten auszumachen, zu stark ist „Anihorim“ als Gesamtwerk. Jeder der BM aus Schweden mag, sollte dem Album eine Chance geben und das Album kaufen oder die Band bei deren Auftritten unterstützen. Musikalisch dürfte mit Anheim zukünftig zu rechnen sein, ein erster Schritt ist mit „Anihorim“ definitiv gemacht worden.

Fazit: Anheim liefern mit ihrem Debütalbum „Anihorim“ ein starken Einstand ab. Das Album orientiert sich am BM aus Schweden , klingt dennoch frisch und weis eine mitreißende Atmosphäre zu versprühen. Kaufempfehlung von mir!

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. Zum Ende der Zeit
  2. Scherbenstimmen
  3. Im Verließ der Seele
  4. Schwarzes Wetter
  5. Bis nur Schmutz verbleibt
  6. Ausweglos
  7. Am Rande der Katharsis
  8. Blendwerk

Bewertung: 5/6

Label:

https://www.teufelszeug-records.com/

@Mjöllnir /Seelenfeuer 2022

Rezension: Horn – Verzet (Eigenproduktion 2022)

Endlich ist es wieder soweit und Horn veröffentlichen mit „Verzet“ ihr nun mehr neuntes Album. Diesmal geht der Protagonist Nerrath ein völlig anderen Weg und veröffentlicht das Album ohne die Hilfe eines namhaften Labels. Musikalisch setzt Nerrath den von ihm eingeschlagenen Weg auf dem Album fort und liefert wiedermal ein bärenstarkes Gesamtwerk ab. Zum zweiten Song „Alpenrekorder“ gibt es bereits seit einigen Wochen ein recht professionelles Video, ebenso wurde der Song als Single bereits vor einiger Zeit ausgekoppelt. Das Artwork zum Album ist mal wieder Bombe. „Verzet“ erscheint übrigens als CD und Vinyl Version.

Musikalisch gilt es bzgl. Horn keine allzu großen Worte zu verlieren, denn Nerrath liefert schon seit Jahren mit Horn, Alben in sehr hoher Qualität ab. Die Alben sind im Kern BM, der aber mit Einschlägen von Folklore und epischen Anleihen versetzt wird. Nerrath hat ein Gespür für Melodien, welche sich tief im Gehörgang einfräßen. Von Beginn an stehen starke Gitarrenriffs und die markante Stimme von Nerrath im Vordergrund. Die Songs an sich weisen nicht allzu viele Veränderungen gegenüber den vorherigen Alben auf und dennoch können schon die ersten beiden Stücke „Pein muss – gerieben als Korn“ und „Alpenrekorder“ dieses typische Feeling eines Horn Albums vermitteln. Nerrath hat auch keine Angst davor mit neuen ungewohnten Einflüssen zu experimentieren. Ein Beispiel hierfür ist der Song „Protektor“, welcher eine Mischung von Synthie Klängen und eben BM Elementen aufweist. „Protektor“ ist definitiv ein Song , welcher man auf sich wirken lassen muss. Überhaupt ist „Verzet“ ein Album, welches man auf sich als Gesamtwerk wirken lassen muss, denn misst man dem Album nicht die nötige Aufmerksamkeit zu, bleiben viele Nuancen verborgen. „Verzet“ ist auf jeden Fall ganz großes Kino. Mein persönlicher Favorit ist der erste Song „Pein muss – gerieben als Korn“, gerade weil er ganz unverkennbar ein Horn Song ist.

Fazit: Wer die vorherigen Alben von Horn in seiner Sammlung hat, kann bei „Verzet“ bedenkenlos zu greifen. Klare Kaufempfehlung von mir.

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. Pein muss – gerieben als Korn
  2. Alpenrekorder
  3. Galgenblech
  4. Aufstand
  5. A Hill to Die
  6. Parole sono pietre
  7. Protektor
  8. Verzet

Band:

https://hornlichterlischt.bandcamp.com/

Bewertung: 5,5/6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Harm Wulf – Schwert und Hexerei (Nebelklang 2022)

Die ersten beiden Alben der schwarzmusikalischen Kapelle Harm Wulf liegen auch bereits einige Jahre zurück, weshalb mich die Ankündigung des dritten Albums „Schwert und Hexerei“ umso mehr erfreut hat. Musikalisch ist alles wie gehabt, nämlich rauer und düsterer BM, wie die beiden Musikern ihn schon auf den vorherigen Veröffentlichungen abgeliefert haben. „Schwert und Hexerei“ erscheint in den nächsten Tagen über Nebelklang und umfasst insgesamt inklusive eines Burzum Covers 7 Stücke. Das Albumartwork ist sehr düster und dunkel ausgefallen.

Wie bereits erwähnt ist das neue Alben nicht weniger rau als die vorherigen Veröffentlichungen, dennoch klingen die neuen Stücke frischer und sind in ihrem Aufbau vielseitiger. Die Produktion drückt gewaltig aus den Boxen. Die Songs versprühen Kampfgeist, Germanentum und Mystik. Beiden Musikern merkt man ihr Wirken in anderen Bands wie Noxia deutlich an, denn manchmal kommen Songfragmente bekannt vor. „Schwert und Hexerei“ lässt den Hörer tief in die schon erwähnten Themen eintauchen. Der Aufbau der Stücke ist einfach und überfordert den Hörer nicht. Die Songs klingen gerade wegen des Verzichts auf Schnickschnack doch sehr authentisch. Wer die vorherigen Veröffentlichungen noch nicht kennt, sollte sich das Album auf jeden Fall mal anhören, alle anderen können bedenkenlos zugreifen. Besonders Gimmick zum Schluss des Albums ist das Cover von „Die Stimme aus dem Turm“ von Burzum, sehr gut umgesetzt wie ich finde, klingt für mich sogar besser als das Original. Ansonsten möchte ich keinen der anderen Stücke hervorheben, denn „ Schwert und Hexerei“ ist ein in sich starkes Gesamtwerk.

Fazit: Harm Wulf veröffentlichen mit „Schwert und Hexerei“ ihr bisher bestes Werk. Die Song wissen spielerisch als auch aus atmosphärischer Sicht zu überzeugen. Haltet Ausschau nach dem Album, welches in den nächsten Tagen über Nebelklang erscheinen wird.

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. Intro
  2. Schwert und Hexerei
  3. Uralt
  4. Die heilige Kriegskunst
  5. Die letzten Söhne des Nordens
  6. Barbarische Kraft
  7. Die Stimme aus dem Turm (Burzum Cover)

Bewertung: 5,5/6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Hellevaerder – In de nevel van afgunst (Zwaertgevegt 2022)

Eine für mich bisher unbekannte BM Formation ist Hellevaerder aus den Niederlanden. Die Band wird in den nächsten Wochen ihr erstes Album „In De Nevel Van Afgunst“ veröffentlichen. Die Niederländer sind bereits seit 2018 aktiv und können bereits auf einige Veröffentlichungen zurückblicken. Musikalisch zelebrieren die Band sehr rauen aber auch sehr atmosphärischen BM. Das Album umfasst insgesamt 7 Songs, welche es auf eine Spieldauer von knapp 40 Minuten bringen. Aktuell ist erstmal nur eine CD Version in Planung.

Frauen in BM finden sich nur wenige und weibliche BM Sängerin gibt es noch weniger, weshalb es umso faszinierender ist, dass Hellevaerder eben eine solche in ihren Reihen haben. Miranda macht ihren Job, um es vorweg zunehmen, richtig gut und verleiht den Stücken sehr viel Atmosphäre. Die Band kann aber auch spielerisch Akzente setzen und sorgt mit disharmonischem Gitarrenriffs für eine beklemmte und düstere Atmosphäre. Die Songs sind in ihrem Aufbau sehr vielfältig. Meist bewegen sich die Niederländer im mittleren Tempobereich, aber wenn dann die Post mal so richtig abgeht, kommt das spielerische Potenzial voll zum Tragen. Überhaupt ist „In De Nevel Van Afgunst“ ein richtig starkes Gesamtwerk, bei dem es viele Nuancen bzw. Feinheiten zu entdecken gilt. Markant sind wie bereits erwähnt, die Vocals, die, wenn man das Gesamtwerk betrachtet, sehr gut hineinpassen, sind sie doch sehr kraftvoll. Die Produktion ist aller erste Sahbe richtig schön druckvoll. Mein persönlicher Abspieltipp des Albums ist der Titeltrack „In De Nevel Van Afgunst“, der sehr gut das gesamte Album widerspiegelt. Ich habe mir das Album nun mehrere Male angehört und bin von Album immer noch sehr angetan. Wer BM mit Frauengesang etwas abgewinnen kann, sollte sich „In De Nevel Van Afgunst“ mal zu Gemüte führen.

Fazit: „In De Nevel Van Afgunst“ ist ein spielerisch starkes Album, welches mit einer intensiven Atmosphäre ausgestattet ist. Das Album macht definitiv Lust auf mehr und die Band sollte man auf jeden Fall im Auge behalten.

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. Je bent niks waard!
  2. Donder dwalen
  3. Uit het vuur getrokken
  4. In de nevel van afgunst
  5. Nieuw licht
  6. Gemarteld en verdronken
  7. Vergeten, verloren

Band: https://hellevaerder.bandcamp.com/

Bewertung: 5/6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Doomentor – Doom What Thou Wilt… (Eigenproduktion 2022)

Doomentor ist aus der Asche von Morrigan bzw. Mayhemic Thruth hervorgegangen. Musikalisch geht die Band sehr oldschoollastig zu Werke und schert sich nicht um irgendwelche Normen oder Konventionen. „Doom What Thou Wilt…“ ist bereits das 4. Album der Süddeutschen, welche neben traditionellen BM auch einen Querschnitt durch sämtliche anderen Genres bietet. Insgesamt umfasst das Album 11 Songs mit einer Spieldauer von knapp einer Stunde. Das Artwork zeigt Aleister Crowley, dessen bekannteste Aussage im Albumtitel Verwendung findet.

Doomentor haben mich von Anfang an in ihren Bann ziehen können, denn ihre unkonventionelle Art und der doomige und bisweilen dreckige Sound fasziniert mich. Die Musiker, alle schon gestandene Musiker, brauchen niemandem etwas zu beweisen. Balor dürfte der Bekannteste sein, auch heute noch sind Morrigan in der deutschen Szene ein Begriff. Musikalisch bietet „Doom What Thou Wilt…“ einen kompletten Querschnitt über alle Genres hinweg. Doomige Elemente oder doch BM, die Süddeutschen überraschen mit jedem Song. Dreckige, fiese und dann fast schon epische Vocals in Kombination mit einer druckvoller Produktion wissen den Hörer in ihren Bann zu ziehen. Man merkt den Songs an, dass die Musiker aus unterschiedlichen Genres stammen, die Song klingen frisch und versprühen ihre Boshaftigkeit und Schwärze von Beginn an. Wer nach einem vielseitigen Album, fernab der typischen BM Pfade sucht sollte sich das Album mal anhören, denn im Grunde bietet es für Jeden das Passende. Meine persönlichen Favoriten des Albums sind „The Hierophant“ sehr epische Atmosphäre und „Witchcult“ okkult und düster.

Fazit: Doomentor melden sich mit ihren vierten Album „Doom What Thou Wilt…“ eindrucksvoll zurück. Wer nach einvielseitigen Werk sucht sollte sich das Album auf seine Einkaufsliste setzen.

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. Morbid Souls
  2. The Chariot and the Fool
  3. The Hierophant
  4. Inner Raw
  5. Burn with Hate
  6. Journey into Emptyness
  7. The Masquerade
  8. The Hanged Man
  9. Crypta Diaboli
  10. Doom What Thou Wilt…
  11. Witchcult

Band: https://doomentor.bandcamp.com/album/doom-what-thou-wilt-2

Bewertung: 5,5/6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Fjøsnisse – Fjord og Fjeld (BMC Productions & Screaming Skull Records 2022)

Das norwegische Ein – Mann Projekt Fjøsnisse besteht nun auch schon einige Jahre. Der alleinige Protagonist Anders Vada veröffentlichte seit den Gründungstagen bereits 3 Alben und mit „Fjord og Fjeld“ ist nun das vierte Album als digitale oder als CD Version erhältlich. Musikalisch ist das neue Album, das bisher beste Werk des Norwegers, der sich größtenteils im atmosphärischen BM Gefilden bewegt. Das Album umfasst insgesamt 7 Stücke.

Ich verfolge die Entwicklung der Band bereits seit einigen Jahren und bin vom neuen Album „Fjord og Fjeld“ mehr als positiv angetan, denn die neuen Stücke sind vom Aufbau komplexer und mit mehr Atmosphäre ausgestattet als die vorherigen Alben. Das Album ist fast schon episch und besticht durch seine vielen Feinheiten. Man merkt wie viel Leidenschaft der Norweger in das Album gesteckt hat, denn die Stücke bleiben sehr gut im Gehörgang hängen und schnell ist der Hörer versucht nach Ende der Spieldauer das Album von vorne zu starten. Disharmonischer Gitarrensound mit Keyboards weiß eben zu gefallen. Wer BM aus Norwegen mag sollte sich das Album anhören und in seine Sammlung stellen. Fassen wir kurz zusammen denn das „Fjord og Fjeld“ ist ein Werk, welches mit jedem Durchgang besser und besser. Spielerisch ist „Fjord of Fjeld“ sehr vielfältig und dennoch ist es dieser typische norwegischen Sound vom Anfang des Jahrtausends. Die Produktion ist sehr druckvoll ausgefallen, was dem Gesamtwerk eine würdigen Rahmen gibt. Es fällt mir wie so oft sehr schwer einen Song über die restlichen Stücke zustellen, denn das Album sollte man komplettes Gesamtwerk sehen. Wer das Projekt bereits von den vorherigen Veröffentlichungen kennt, wird die musikalische Entwicklung bemerken. Für mich zählt „Fjord og Fjeld“ schon jetzt zu den positiven Überraschungen in diesem Jahr.

Fazit: Fjøsnisse zeigen mit ihrem mittlerweile 4. Album, dass eine Band sich entwickeln kann, ohne ihre Wurzeln bzw. Authentizität zu verlieren. „Fjord og Fjeld“ ist ein Album das an die starken Alben der 90ziger aus Norwegen anknüpft.

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. Den forlatte kirke
  2. Ut av tiden
  3. Mektige tinder
  4. Den dunkle sti
  5. Vettespill
  6. Nattens vind
  7. Bergmannen

Band: https://fjosnisse.bandcamp.com/

Bewertung: 5,5/6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Häxenzijrkell – Urgrund (Amor Fati Productions 2022)

Endlich ist es soweit und Häxenzijrkell veröffentlichen ihr zweites Album „Urgrund“, ich persönlich freue mich da schon Seite der Ankündigung drauf. Die vorherigen Veröffentlichungen haben bei mir sowohl spielerisch als auch atmosphärisch Eindruck hinterlassen, aber auch die Messlatte für „Urgrund“ hochgelegt. Um es vorweg zu Spoilern das Album toppt die bisherigen Veröffentlichungen problemlos. Häxenzijrkell melden sich somit noch düsterer und bedrohlicher zurück. „Urgrund“ umfasst insgesamt 3 Stücke und die Spieldauer liegt bei knapp 35 Minuten. Erscheinen wird das Album am 30.4. als CD Version und auf Tape via Amor Fati Productions.

Kommen wir nun jedoch zu dem Album im Detail zu sprechen, denn schon der erste Song „Part 1: Die Entschleierung“, weiß eine bedrohliche und düstere Atmosphäre zu entfachen. Disharmonische Klänge und Vocals mit Hall überlagert zeigen das Potenzial der Schwarzheimer aus Pott. Song 1 ist ein Mammutsong, denn die Spieldauer liegt bei knapp 18 Minuten. Der Song ist in seiner Struktur sehr dynamisch und die druckvolle Produktion setzt dem Stück seinen Stempel auf. Im Grunde hat die Band nicht viel geändert zum Vergleich zu den bisherigen Veröffentlichungen, aber dennoch gewinnen die 3 aktuellen Stücken an Atmosphäre und Tiefe gegenüber den vorherigen Stücke an meiner Meinung nach. Wer die vorherigen Veröffentlichungen kennt, kann bedenkenlos zugreifen, zartbesaitete Mitmenschen sollten das Album jedoch mit Vorsicht genießen, denn die Atmosphäre gräbt sich tief ins Unterbewusstsein ein und kann zu psychischen Verstimmungen sorgen. Mein persönlicher Favorit ist auch gleich der erste Song, der soviel Feinheiten und Nuancen aufweist und trotz seiner 18 Minuten Spielzeit mit jedem Durchlauf besser wird. „Urgrund“ ist kein Album für einfach mal so zwischendurch, denn so entgehen viele Feinheiten und Nuancen, also ist Verweilen angesagt, da nur so sich die reichhaltigen Details dem Hörer offenbaren.

Fazit: Häxenzijrkell haben mit ihrem zweiten Album „Urgrund“, ihr bisher bestes Werk veröffentlicht. Das Album strotzt nur so von Feinheiten und einer atemberaubenden Atmosphäre. Von mir gibt es für „Urgrund“ eine ganz klare Kaufempfehlung.

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. Part 1: Die Entschleierung
  2. Part 2: Von Zeit und Form
  3. Part 3: Der Pfad der Finsternis

Bewertung: 5/6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Akolyytti – Akolyytti (Breath of Pestilence 2022)

Die finnische BM Formation Akolyyti treibt schon sehr lange in der finnischen BM Szene, nur ein erstes vollwertiges Album ließ bisher noch auf sich warten. Das Warten hat nun ein Ende und mit dem selbstbetitelten Album „Alkolyytti“ zeigen die Finnen, das mit ihnen zu rechnen sein wird. Musikalisch ist das Album ein typisch finnisches Album, melodisch, rau und ungestüm, weiß Akolyytti auf sich aufmerksam zu machen. Das Album enthält insgesamt mit Intro 9 Songs, welche eine Spieldauer von knapp 45 Minuten erreichen. „Akolyytti“ wurde bisher nur als CD Version veröffentlicht, eine Vinyl Fassung soll später im Jahr folgen.

Ein kurzes Intro leitet das Album ein, schon hier hört man in welche Richtung das Werk musikalisch gehen wird, nämlich sehr rauen aber zu jederzeit melodischen BM, wie ihn Satanic Warmaster oder andere finnische Kapellen zelebrieren. Lyrisch schlagen die Finnen die okkulte und satanische Richtung win, was man an den Songnamen ablesen kann. Die Stücke sind in ihren Aufbau sehr einfach strukturiert, aber das macht das Album umso authentischer wie ich finde. Schöne Gitarrensoli zeigen, dass die einzelnen Bandmitglieder auch ihre Meriten in anderen Bands verdienen. Wie bereits vereint „Akolyytti“ genau das was finnischen BM meines Erachtens nach ausmacht, nämlich raue und ungestüme Songsstrukturen mit einer omnipräsenten Melodik. Die Finnen machen bei ihrem ersten Album fast alles richtig und verzichten auf unnötigen Schnickschnack, überzeugen dafür mit Atmosphäre und spielerischem Können. Einen einzelnen Song hervor heben werde ich nicht, denn jedes Stück passt zum Album und macht das Album zu einem stimmigen Gesamtwerk. Eine Frage bleibt offen, nämlich werden die Finnen auch ihre Songs auf der Bühne zelebrieren und wenn ja auch in Deutschland? Wer finnischen Bands wie Horna, Satanic Warmaster usw. etwas abgewinnen kann, sollte sich „Akolyytti“ in seine Sammlung stellen.

Fazit: Akolyytti ist wieder so eine Band, die aus den finnischen Wäldern wie aus dem Nichts hervortritt und mit ihren Veröffentlichungen auf sich machen kann. Das selbstbetitelte Album ist ein typisch finnisches Werk mit Leidenschaft und Hingabe! Kaufempfehlung!

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. Intro
  2. Belial
  3. Astaroth
  4. Belphegor
  5. Samael
  6. Bael
  7. Lilith
  8. Satan
  9. Lucifer

Label: https://www.facebook.com/breathofpestilence/

Bewertung: 5/6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Interview mit Vorga

Vorga ist eine recht frische Band in der deutschen BM Szene, die mit ihrem gitarrenbasierten BM bereits sehr positiv überraschen konnten. Ich hab die Band rein zu fällig über YouTube entdeckt und sofort hat mich das erst vor kurzem erschienene Album „Strifing Towards Oblivion“ in seinen Bann gezogen, weshalb ich die Band wegen eines Interviews anfragte. Hier nun das Resultat.

Mjöllnir: Erstmal Dankeschön, dass ihr dem Seelenfeuer Webzine für ein Interview zur Verfügung stehen wollt! Lass uns mit den Beweggründen für die Gründung von Vorga beginnen. Wie kam es zur Geburt von Vorga? Worin liegen die musikalischen Einflüssen? Was bedeutet der Bandname?

Wir haben zu danken. Vorga erblickte ca. 2016 das Leben als Bandgründer Atlas (Gitarre) seine Kreativität und Liebe zu Musik selbst in Metal packen wollte. Durch den Umzug von Großbritanien nach Deutschland/Karlsruhe nahm die Band Formen an und so war der Grundstein gelegt. Die Einflüsse sind so unterschiedlich wie die einzelnen Bandmitglieder selbst. Diese reichen von Heavy Metal bis zu (modernem) Black Metal, einzelne Bands die einen großen Einfluss hatten sind Samael, Dissection, Emperor, Arcturus, Iron Maiden… Der Bandname entstammt aus dem Roman „The Stars my Destination“ von Alfred Bester. Die „Vorga“ ist ein Raumschiff in dieser Geschichte…was sehr passend zu unserem „Sci-Fi/Weltraum-Konzept“ ist.

Mjöllnir: Vor einigen Wochen ist euer erstes Album „Striving Towards Oblivion“ erschienen. Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Transcending Obscurity Records, immerhin ist das Label in Indien beiheimatet. Worum geht es in Texten des Albums?

TOR wurde auf uns aufmerksam durch die Debut-EP „Radiant Gloom“. Kunal, dem Labelchef, gefielt unsere Art des Black Metal und so ergatterten wir einen Deal. TOR beheimatet Band aus der ganzen Welt und in Zeiten von Internet und globalen Vernetzungen ist es kein Nachteil, wenn das Label weiter weg ist. Im Gegenteil…TOR haben ein gutes Standing im Underground, einige tolle Kooperationen und stehen für qualitativ starke Produkte. Wir sind mit der Aufmachung unserer Scheibe und dem Merch sehr zufrieden. Die Texte der CD beinhalten ganz allgemein die Nichtigkeit und die Frage nach der Sinnhaftigkeit der eigenen Existenz in der Größe des Kosmos. Einsamkeit, Angst, Misanthropie und Tod sind die weiteren allgemeinen Grundlagen der Texte.

Mjöllnir: Manche Band ist im Nachhinein mit der Veröffentlichung aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr zufrieden, weshalb ein Album z.B. komplett neu aufgenommen wird. Wie zufrieden seit ihr mit Euren Album bzw. wie waren die Reaktionen bisher darauf? Würde ihr am Album noch was im Nachhinein ändern?

Das stimmt, das gibt es und ist aber m.E. die falsche Herangehensweise. Klar, wenn Du kurz nach der Aufnahme merkst, das etwas nicht passt sollte es das Ziel sein, das zu ändern. Ein Album stellt aber immer eine Momentaufnahme dar. Und dann nach Monaten oder Jahren was ändern zu wollen macht keinen Sinn, da die Scheibe eben den Spirit von der entsprechenden Zeit einfängt, in dem es aufgenommen wurde. Und das ist eine Kombination aus dem spielerischen Können, den technischen Möglichkeiten, dem Gemütszustand, den damaligen Aufnahmemöglichkeiten etc. Und so klingt dann das Album eben auch. Einige meiner Lieblingsalben (Samael – Ceremony of Opposites, Dissection – Storm of the Lights Bane, Immolation – Close to a World Below, Emperor – In the Nightside Eclipse) sind weit davon weg, was man allgemein unter einer „guten Produktion“ versteht. Die Alben fangen aber eine gewisse Atmosphäre ein, was sie zu Klassikern macht.

Ich für mich kann auch nach fast 3 Jahren sagen, dass ich kaum etwas an STO ändern würde. Und das, was ich andes machen würde, ist dann nur ein kleiner Teil des Ganzen. Alle in der Band sind von daher voll zufrieden mit der Platte und sehr stolz auf das Werk. Die Reaktionen bisher sind auch wirklich fantastisch, fast schon überschwänglich. Wir waren vor der Veröffentlichung sicher, dass wir ein ordentliches und starkes Album am Start haben, dass es aber so durch die Decke geht von den Rezessionen, hat uns dann doch überrascht. 

Mjöllnir: Interessant finde ich auch die Frage wie ein Song oder eine Veröffentlichung entsteht. Gibt es bei Vorga jemand, der beim Songwritingprozess die Zügel in der Hand hat, oder bringen sich die einzelnen Mitglieder zu gleichen Teilen ein?

Das Songwriting kommt aus einem Guss von Atlas, was dem Ganzen einen roten Faden verleiht. Einrbingen kann und tut sich dann jeder nachdem ein Demosong fertig ist bezgl. der Feinheiten was Drums, Gesangsarrangements etc. angeht. Da wird dann auch ausprobiert und besprochen, womit jeder am besten Leben kann und was am besten gefällt. Das Grundgerüst ist aber im Vorfeld gegeben, was sehr hilfreich, effektiv und effizient ist. Im Prinzip gibt es ja nur zwei Varianten, Bands, bei denen sich mehrere Leute am Schreibprozess beteiligen (wie Iron Maiden) und Bands, wo 1-2 Leute das Heft in der Hand haben (z. Bsp. Paradise Lost). Wir fahren sehr gut mit unserer Variante, das Atlas das Grundgerüst hier im Vorfeld legt.

 

Mjöllnir: Vorga präsentiert sich auch gerne auf der Bühne. Wie waren die letzen beiden Jahre während der Corona-Pandemie für Euch persönlich und natürlich auch als Band?

Wie für jede Band war es auch für uns anstrengend. Teilweise waren ja Proben nicht mal möglich, Konzerte fanden gar nicht erst statt. Zwischen März 2020 und März 2022 hatten wir immerhin das Glück, 3 Konzerte spielen zu können, die meisten Bands konnten in diese Zeit gar nichts machen. Zumal die Nichtveröffentlichung des bereits aufgenommenen Albums viel frustrierender war und lange auf Eis lag auf Grund von Corona. Persönlich war es für jeden für uns eine Herausforderung, mit Arbeit, Familie und Musik. Wie alle sind wir glücklich darüber, dass die Zeichen auf „Besserung“ stehen und die Musik und Kunst aus den Löchern wieder hervorkommt und wieder mehr in den Fokus bei den Menschen rückt.

Mjöllnir: Da wir gerade beim Thema sind, in naher Zukunft dürften bestimmt einige Konzerte bei Euch anstehen um das Album zu promoten. Wie wichtig sind deshalb Konzerte für Euch als noch recht unbekannte Band?

Konzerte sind immer wichtig um Leute zu erreichen. Das Internet mag ein Segen sein, um sich einfach zu vernetzen und auch Marketing zu betreiben. Nichts kann aber ein Liveerlebnis ersetzen, weder für den Hörer noch für einen Musiker. Von daher bleibt es das Ziel der Band, live präsent zu sein. Mit den fantastischen „Maahes“ haben wir bereits einige Konzerte gespielt und auch künftige geplant, insb. Richtung Jahresende. In der Mitte des Jahres ist in trockenen Tüchern, dass wir auf dem Mahlstrom Open-Air spielen. Es kommen nach und nach sicher noch ein paar neue Auftritte dazu. Die vergangenen Konzerte liefen gut, verbessern uns als Musiker und Band und machen Lust auf mehr.

 

Mjöllnir: Viele Bands nutzen heutzutage soziale Netzwerke wie Facebook oder Instagram um ihre Veröffentlichungen anzubieten. Die Vorteile liegen natürlich hier auf der Hand. Wie steht ihr dazu braucht es unbedingt eine Präsenz bei FB?

Auch wenn FB schon oft der Tod vorausgesagt wurde bleibt es das führende Medium im Social-Media-Bereich. Da wir auf allen Kanälen breit aufgestellt sein wollen, sehen wir FB als zwingendes Medium an, um die Musik und die Band weiter einem breiten Publikum aus dem Metalbereich zugänglich zu machen.

Mjöllnir: „Striving Towards Oblivion“ ist ja erst seit einigen Wochen draußen und dennoch haben sich bestimmt je neue Songideen bei Euch angehäuft, weshalb sich die Frage, ob ihr bereits an einer neuen Veröffentlichung arbeitet?

Tatsächlich gibt es mehr Songs als aufgenommen werden können, Atlas ist da sehr produktiv. Und wie erwähnt, sind die Aufnahmen seit drei Jahren schon abgeschlossen. Es existieren ca. 15 bis 20 Titel, teilweise auch noch aus der Radiant Gloom-Zeit. Für das kommende Album ist geplant, etwa die Hälfte davon aufzunehmen. Alles was ich im Moment dazu sagen kann ist, dass es „klassischer“ Vorga-Stoff sein wird, mit dem Ziel, von dem Arrangements, der Produktion, sowie „Feinheiten“ nochmals einen Schritt nach vorne zu machen und die Atmosphäre und Melodien noch packender zu gestalten. Seid gespannt, ich bin sicher, dass niemand enttäuscht sein wird, dem Vorga bisher gefallen haben. Eine realistische Veröffentlichung dürfte im ersten Halbjahr 2023 sein. Wobei wir gelernt haben durch STO, dass vieles nicht in der eigenen Hand liegt, was einen konkretern Veröffentlichungszeitraum angeht.

 

Mjöllnir: Einige von Euch sind noch bzw. waren aktiv in anderen Bands oder Projekten, deshalb meine Frage welchen Stellenwert nimmt Vorga für den Einzelnen ein?

Für mich kann ich sagen, dass Vorga die proffesionellste Band ist, in der ich bisher arbeiten konnte. Das Miteinander ist entspannt und es ist grossartig mit Leuten zu arbeiten, die musikalisch und persönlich auf einer Wellenlänge liegen. Klar, ein Vergleich ist auch schwer bzgl. Bands, in denen man vor 20 Jahren beteiligt war, da die Möglichkeiten damals nicht so gegeben waren mit Hinblick auf Internet etc., um etwa auf sich aufmerksam zu machen. Zudem nutzen wir live ganz anders Equipment als bei unseren alten Bands, etwas Klick und Samples um die Lieder  möglichst nahe an den CD-Klang zu bringen. Zwei von uns sind noch in weiteren Bands aktiv, (Azaghal- Henbane, Пешо Спейса -Vrani Volosa,) aber Vorga genießt bei allen die Priorität, was sich schon aus der räumlichen Nähe aller Mitglieder zueinander ergibt. So sind regelmäßige Proben möglich, was ein wichtiger Bestandteil der Zusammengehörigkeit ist.

 

Mjöllnir: Wie beurteilt ihr die deutsche BM Szene im Vergleich zur internationalen BM Szene?

Ich denke, dass die deutsche/deutschsprachige Szene sich nie hinter der internationalen Szene verstecken musste und auch heute immer noch mit vorne dabei ist. Eine meiner liebsten Klassikerscheiben bzw. Neuentdeckungen (Dornenreich – Bitter ist dem Tod zu dienen, Summoning – Minas Morgul, die letzte Falkenbach-Scheibe, Maahes -Reincarnation, Shrine of Insanabilis – Disciples of the Void etc.) kommen aus dem deutschsprachigen Raum. Im Endeffekt ist es mir aber gleich, woher eine Band kommt. Die Musik bzw. das Gesamtpaket muss gut sein, dann ist mir die Nationalität recht einerlei. Wir sind ja selbst „international“ bzgl. der Nationalitäten der Mitglieder.

 

Mjöllnir: Zum Abschluss noch ein paar Begriffe , welche ihr kommentieren könnt:

Festival oder kleines gemütliches Konzert:

Für mich generell beides. Früher eher Festivals, da es wie ein kleiner Urlaub war. Heute mit weniger privaten Zeit eher mal ein kleines Konzert, bei dem man sich mehr und detailierter auf die entspr. Bands konzentrieren und ggf. auch was neues entdecken kann. Die anderen Jungs sind da breiter aufgestellt und nutzen auch die Möglichkeit, große Festivals zu beackern.

Bier oder Wein:

Generell auch beides. Atlas und ich stellen selbst Wein her, daher die Tendez eher zum zweiten, auch wenn das Proberaum- und Konzertgetränk eher ein Bier ist.

Vorband von Mayhem oder Marduk:

Puh, ich war nie ein Fan beider Bands. Vom heutigen visuellen Aspekt und musikalisch nehme ich dann Mayhem, denke, da würden wir besser rein passen als zu Marduk. Um beim M zu bleiben….mit Maahes funktioniert das wunderbar, sie sind unsere Nr. 1 um zusammen live zu spielen.

 

Mjöllnir: Ich überlasse Euch gerne die letzten Worte!

Danke für Dein Interesse an der Band und die interessanten Fragen. Danke an alle, die Vorga in den letzten Jahren unterstützt haben. Das sind insbesondere die Leute, welche die Bands durch Albenkauf und Klubs durch Konzertbesuche unterstützen. Dann natürlich noch Kunal von TOR, Patrick von den TidalWave-Studios für die Schlagzeugaufname, Simon von den Black Art Audio-Studio für den fantatischen Mix und alle, die sich mit diverse Aktivitäten am gelingen unseres Albums, dem Video (Comet) und allem beteiligt haben. Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung, um die Band weiter voran zu treiben.

Rezension: https://seelenfeuer666.wordpress.com/2022/04/12/rezension-vorga-striving-toward-oblivion-transcending-obscurity-records-2022/

Interview By Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Photos By Vorga

Rezension: Trest – Ordalium / Chambre Ardente Complilation (Sol Records & Amor Fati Productions 2022)

Die deutsche BM Formation Trest sagte mir bisher überhaupt nichts, weshalb ich mit Spannung und Neugier an die Rezension zu deren gerade veröffentlichten Komplilation gegangen bin. Die Komplilation ist bereits als LP Fassung über Amor Fati Productions Ende Januar erschienen und besteht aus dem ersten Album „Oralium“ und der aktuellen EP „Chambre Ardente“. Musikalisch bietet die Band sehr abwechslungsreichen und atmosphärischen BM. Über Sol Records ist nun eine limitierte CD Version erhältlich. Die Veröffentlichung umfasst insgesamt 7 Stücke, wobei wie bereits erwähnt die ersten 5 Stücke vom ersten Album stammen und die 2 letzten Songs von der EP.

Mir persönlich reichen schon wenige Augenblicke und ich werde Teil mit der Veröffentlichung. Düster, rau und manchmal bizarr tönen die ersten Stücke aus den Boxen. Rauer BM mit rauen Vocals wissen zu überzeugen. Mich persönlich erinnern die 5 Dialoge der Hexen an Horrorfilme, der 20ziger und 30ziger des letzen Jahrhunderts, einfach eine eigenartige aber stets düstere und okkulte Atmosphäre. Die Stücke sind allesamt sehr dynamisch gestaltet und überraschen eher durch ihre Schlichtheit und kommen doch ohne großen Schnickschnack aus. Die letzten beiden Stücke sind der Marquise de Brinvilliers gewidmet, welche ihren Vater und ihre Brüder ermordet hat und dafür mit dem Tode bestraft wurde. Musikalisch sind die Stücke noch einen Ticken filigraner und überzeugen durch ihre vielen Feinheiten. Freunde des atmosphärischen BM’s sollten sich die Komplilation in ihre Sammlung stellen, denn musikalisch und atmosphärisch wird so Einiges geboten.

Fazit: Trest sollte man sich merken, denn die Band liefert auf ihrer Komplilation eine starke Leistung ab, auf der sich zukünftig aufbauen lässt. Klare Kaufempfehlung von mir!

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. 1st Witch: Horne
  2. 2nd Witch: Debaraz
  3. 3rd Witch: Zdunk
  4. 4th Witch: Palles
  5. 5th Witch: Gesche
  6. Brinvilliers
  7. Cour des poisons

Bewertung: 5,5/ 6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Noctis Aeternae – Noctis Aeternae EP (Sol Records 2022)

Sol Records haben mal wieder ein feines Näschen gehabt und präsentieren mit Noctis Aeternae eine bisher wenig bekannte Band aus deutschen Landen. Noctis Aeternae veröffentlichen ihre selbstbetitelte Debüt EP im CD Formation. Musikalisch orientiert sich die Band am traditionellen BM der 90ziger. Der Silberling umfasst insgesamt 3 Songs, 2 eigene und der letzte Song eine Coverversion von den griechischen Zemial. Die Spieldauer liegt bei etwas mehr als 21 Minuten.

Wie bereits erwähnt ist Noctis Aeternae ein bisher unbeschriebenes Blatt in der deutschen BM Szene, aber das dürfte sich durch die Veröffentlichung ihres ersten Lebenszeichen in Form der selbstbetitelten EP rasant ändern. Musikalisch geht die Band keine Experimente ein und die Band bleibt bei ihren Leisten und präsentiert Old School BM der 90ziger. BM mit ordentlich Groove und sehr hypnotisch lässt dem BM Puristen das Herz aufgehen. Die Stücke bewegen sich überwiegend im mittleren Tempo und nur hin und wieder tritt man aufs Gaspedal, um kurze Zeit später wieder das ursprüngliche Tempo einzunehmen. Die Produktion ist druckvoll, aber weit entfernt von einer Hochglanzproduktion. Die EP umfasst 2 eigene Songs, die beide keine allzu großen Überraschungen aufweisen und dennoch schon mal zeigen, dass mit Noctis Aeternae zukünftig zu rechnen sein dürfte. Ein guter Anfang ist wie ich finde gemacht. „Sleeping Under Tartarus“ ist eine spielerisch sehr gut umgesetzte Coverversion der griechischen BM Veteranen Zemial. Wiedermal hat Sol Records eine unbekannte Band die Chance gegeben sich einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren und das nutzt Noctis Aeternae sehr gut.

Fazit: Mit Noctis Aeternae tritt eine weitere spielerisch starke Band aus Deutschland aus der Dunkelheit. Die Band zeigt auf ihrer selbstbetitelten EP, dass mit ihnen in Zukunft gerechnet werden sollte.

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. The Legacy of the Untold
  2. Nocturnal View Over Frozen Landscapes
  3. Sleeping Under Tartarus (Zemial Cover)

Bewertung: 5,5/ 6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Zornestrieb – Der Eskapist (Casus Belli Musica & Beverina Productions 2022)

Die thüringische Formation Zornestrieb dürfte Einigen noch kein Begriff sein, obwohl der Protagonist Surtur bereits seit einiger Zeit bei Taaken mitwirkt. Zornestrieb existiert aber bereits seit vielen Jahren und nun war es an der Zeit, das erste Album „Der Eskapist“ zu veröffentlichen. Musikalisch ist das Album schwer zu zuordnen, denn es handelt sich um ein Konzeptalbum, das über einen längeren Zeitraum entstanden ist und am ehesten im atmosphärischen BM zu verordnen ist. Insgesamt beinhaltet das Album, welches als CD Version und digital erhältlich ist, 7 lange aber sehr emotionale Songs mit einem sehr gelungenen Artwork.

Ein langes Intro welches die widersprüchlichen Emotionen wie Kinderlachen oder Melancholie offenbart, leitet das Album ein. Schon nach wenigen Minuten wird dem Hörer bewusst, dass „Der Eskapist“ ein Werk ist, dass Viele nicht erreichen wird, weil das Album eben nun mal nicht das typische BM Album ist, sondern sehr avantgardistisch ist. Spielerisch sind die Songs sehr dynamisch gestaltet und zeigen den Reifeprozess des Album. Viele Feinheiten oder Nuancen gibt es zu entdecken. Beeindruckend wie Surtur den Songs „Lichtblicke“ oder „Erinnerungsschmerz“ Leben und Emotionen einhaucht, zumal sich Surtur in seinen Songs selbst widerspiegelt, aber auch mancher Hörer wird die gleichen Emotionen beim Hören von „Der Eskapist“ empfinden. Ich verzichte gerne auf einen Anspieltipp, denn das Album ist nun mal ein Konzeptalbum, dass als Gesamtwerk zu betrachten ist.

Fazit: „Der Eskapist“ ist ein sehr emotionales aber auch spielerisch starkes Gesamtwerk, das zum längeren Verweilen einlädt. Selten ein so emotionales Werk gehört. Klare Kaufempfehlung von mir.

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. Niederkunft
  2. Ins Unbekannte
  3. Illusionäre Verkennung
  4. Lichtblicke
  5. Der Eskapist
  6. Erinnerungsschmerz
  7. Der letzte Abschied

Band: https://zornestrieb.bandcamp.com/

Bewertung: 5,5/6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Celestial Conjuration – Collection I (Dark Adversary Productions 2022)

Die australische Formation Celestial Conjuration ist bereits 2019 entstanden und hat seit ihrer Gründung bereits zwei Demos in Eigenregie veröffentlicht nun folgt die Wiederveröffentlichung der Demos als Complilation „Collection I“ als CD Version über Dark Adversary Productions. Musikalisch orientiert die Band sich am rauen, rohen, ungestümen BM, aber dennoch sehr melodisch klingt. Insgesamt befinden sich 7 Songs mit einer Spieldauer von knapp 45 Minuten auf dem Tonträger. Die ersten 6 Stücke stammen von den beiden Demos (I & II), während der letzte Song „Spire of the Spectral Serpent“ bisher unveröffentlicht, als Dreingabe dazu gefügt wurde.

Ohne große Erwartungen gehe ich nun ran die Promo und bin schon nach wenigen Augenblicken sehr angetan von dem was aus den Boxen schallt. Rauer und ungeschliffener BM meist im mittleren oder schleppenden Tempobereich, erzeugt dieses Oldschool Feeling der BM Anfangstage. Markantes Merkmal sind definitiv die Vocals, schrill und unverständlich, passen sie aber sehr gut Gesamtwerk. Die Songs sind sehr dynamisch in ihrer Struktur und sorgen so für alles andere als Kurzweile. Wer sich mit der BM Szene Australiens bereits beschäftigt hat, weiß dass gerade der BM dort sehr speziell ist und immer wieder neue Bands aus dem Schatten hervortreten, die schnell über die Grenzen weg auf sich aufmerksam machen. Celestial Conjuration ist eine solche Band, die wie aus dem Nichts aus dem Schatten hervorkommt und einfach BM abliefert, ohne groß auf unnötigen Schnickschnack zu setzen. Betrachtet man die auf der Complilation enthalten beiden Demos, bemerkt man die bereits vorhandene musikalische Entwicklung, denn die Stücke der zweiten Demo bieten mehr Tiefgang und Feinheiten. Die Complilation ist übrigens eine gute Idee der Band gewesen, denn so schaffen es die schwarzen musikalischen Ergüsse verdientermaßen auch den Sprung in den Rest der Welt, zumal die Tapes alle schon vergriffen sind. Celestial Conjuration sollte man im Hinterkopf behalten, denn musikalisch liefern die Australier eine starke Veröffentlichung ab und es bleibt Abzuwarten was von der Band noch alles kommen wird.

Fazit: Celestial Conjuration überraschen mit ihrer Complilation „Collection l“ und liefern musikalisch als auch aus atmosphärischer Sicht ab. BM mit sehr viel Oldschool Attitüde!

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. Poisonous Constellations
  2. Journey Towards the Dark Planetarium
  3. Astral Hatred
  4. Halls of Entropic Void
  5. The Birth of Phobos
  6. At the Bridge of Cosmic
  7. Spire of the Spectral Serpent

Band: https://celestialconjuration.bandcamp.com/

Bewertung: 5/6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Woe Bather – May Loneliness Consume You (Eigenproduktion 2022)

Woe Bather ist eine noch recht unbekannte Ein – Mann BM Band aus Texas. Ein Bekannter gab mit den Tipp, mir das bereits im März erschienene Album „May Loneliness Consume you“ anzuhören. Gesagt getan, musikalisch eine starke Mischung aus Old School BM und atmosphärischen BM. Leider ist das Album nur digital erhältlich, aber vielleicht finde sich ein Label, welches sich dem Album annimmt und es als CD oder Tape Version veröffentlicht. „May Loneliness Consume you“ umfasst 6 Songs , welche eine Spieldauer von knapp 40 Minuten erreichen.

Das Albumcover lässt vermuten, dass die Band sich im DSBM Genre verhaften lässt, aber ich kann sofort Entwarnung geben, denn das Album ist eine Mischung aus allen möglich BM Richtungen. Jerm, der Protagonist hinter Woe Bather, versteht es seine Instrumente einzusetzen und die Stücke überraschen durch ihre Dynamik und die vielen Feinheiten und sind somit alles andere als ein Akkord zigmal hintereinander in Schleife gesetzt. „May Loneliness Consume you“ lebt wie bereits erwähnt von seiner Dynamik, mal Old School BM, dann atmosphärischer BM. Das Album ist Ausdruck purer Leidenschaft zum BM. Die Produktion drückt ordentlich, keine Hinterhofproduktion. Das Album ist ein starkes Gesamtwerk, welches die Unterstützung durch Labels braucht, um einer größeren Hörschaft zugänglich gemacht zu werden. Wie immer fällt es mir schwer einen speziellen Song hervorzuheben, denn mir gefällt die Abwechslung, die Dynamik und auch die Atmosphäre des Albums. „May Loneliness Consumes you“ sollte man sich anhören, bietet es doch das was BM ausmacht und verzichtet stattdessen auf unnötigen Schnickschnack. Musikalisch sollte man Woe Bather zukünftig im Hinterkopf behalten, denn mit „May Loneliness Consume you“ hat Jerm gezeigt, dass mit der Band zu rechnen sein wird.

Fazit: Die USBM Formation Woe Bather liefert mit ihren ersten Lebenszeichen „May Loneliness Consume you“ ein starkes Album ab. Spielerisch bietet der Amerikaner einen Querschnitt aus dem schon erwähnten BM Bereichen.

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. May Loneliness Consumes
  2. Noose Giver
  3. Anxiety Fuels the Hermits Corpse
  4. Hymns of Apparition Worth
  5. Abandon Me Ceremony
  6. Penance a Void So Unloved

Band: https://woebather.bandcamp.com/releases

Bewertung: 5/6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Svet – The Truth (Northern Silence Productions 2022)

Svet ist eine noch recht neue One-Man Band aus Griechenland. Nächste Woche erscheint ihr erstes Album „The Truth“ über Northern Silence Productions als limitierte CD Version. „The Truth“ ist rauer und ungeschliffener atmosphärischer BM. Die Fakten des Albums lesen sich wie folgt, insgesamt haben 7 Songs ihren Weg auf den Silberling gefunden. Das Artwork des Albums finde ich sehr stimmungsvoll, zeigt es doch einen nebelverhangenen Wald. Das Digipak wird übrigens auf 500 Stück limitiert sein, also ranhalten mit dem Kaufen oder eben Warten, dass eine LP Version erscheinen wird. Wer Northern Silence Productions kennt, weiß, dass das Label immer höchste Qualität abliefert.

Musikalisch weiß das Album schon von Anfang an zu gefallen, denn sehr dynamische Songstrukturen sorgen das keine Langeweile aufkommt und der Hörer tief in das Geschehen des Albums abtaucht. Überwiegend bewegen sich die Stücke im mittleren Tempo, nehmen die Stücke aber an Fahrt auf, wirkt es wie ein Befreiungsventil des Protagonisten Athanasios. Die Stücke besitzen sehr viel Tiefgang und das hört man eben nicht sofort, sondern erst nach einigen Durchgängen. Die Produktion kann sich hören lassen, ist nicht überproduziert, aber auch kein Kellersound, also passt das Ergebnis am Ende wie ich finde. Wer atmosphärischen BM etwas abgewinnen kann, findet in „The Truth“ ein intensives und stimmungsvolles Album, bei dem Athanasios soweit alles richtig gemacht hat. Ich werde den musikalischen Werdegang der Band verfolgen, denn der Anfang hat die Band mit „The Truth“ gemacht. Es fällt es mir schwer mich auf einen Anspieltipp festzulegen, denn im Grunde sind alle Songs gleich stark, wobei der letze Song „Everthing is just a Dream“ durch seinen klaren Gesang doch etwas die Nase vorn hat.

Fazit: Eine Neuentdeckung aus Griechenland, die ich Jedem ans Herz legen kann, der auf atmosphärischen BM steht. Svet liefern mit „The Truth“ ein beeindruckendes Werk ab. Kaufempfehlung!

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. Helicon (intro)
  2. No External Source Can Save You
  3. I Am the Star
  4. Odysseus (Divergent Path)
  5. Where the Sun Does Not Exist
  6. A Wizard’s Spell
  7. Everything Is Just a Drea

Bewertung: 5,5/ 6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Imperialist – Zenith (Transcending Obscurity Records 2022)

Ein für mich bis jetzt ungeschriebenes Blatt der USBM Szene ist Imperialist aus Kalifornien. Die Musiker präsentieren auf ihrem zweiten Album „Zenith“ technisch sehr versierten BM im rasenden Tempobereich. Musikalisch lässt die Band keine Zweifel aufkommen, dass ihre musikalischen Vorbilder aus Schweden kommen. „Zenith“ umfasst insgesamt eine Spieldauer von etwas mehr als 43 Minuten, welche sich über 7 Stücke erstreckt. Das Album ist als CD oder Vinyl Version erhältlich. Das Artwork zum Album sieht atemberaubend aus wie ich finde.

Die Musiker legen sofort los, als gäbe es kein Morgen mehr, filigraner Gitarrensound und ein Schlagzeug, welches wie eine Dampfwalze alles aus dem Weg räumt, wissen die sofortige Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Die Musikern verstehen es den Songs Leben und Atmosphäre einzuhauchen. Einfach beeindruckend wie ich finde, entfachen die Musiker eine wahres Rifffeuerwerk, ohne das Schwächen erkennbar sind. Die Produktion drückt gewaltig aus den Boxen. „Zenith“ ist eine Hommage an die schwedische BM Szene der 90ziger, kalter klirrender und hypnotischer Sound erzeugt eine mitreißende Atmosphäre. Persönlich fällt es mir sehr schwer einen einzelnen Song in den Vordergrund zu rücken, denn zu stimmig ist „Zenith“ als Ganzes. Zukünftig dürfte mit der Band auf jeden Fall zu rechen sein und die musikalische Qualität der Band dürfte sich auch in Europa rumsprechen. Liebhaber des schwedischen BM‘s sollte das Album auf sich wirken lassen und ihrer Sammlung einverleiben.

Fazit: Die USBM Formation Imperialist liefern mit „Zenith“ ein starkes Album ab, das durch seine Gesamtheit so Manchen positiv überraschen dürfte.

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. 01011000
  2. The Maw
  3. Parallax Descends
  4. He Who Mastered Shapes
  5. Majesty of the Void
  6. Terminal Odyssey
  7. Beyond the Celestial Veil

Bewertung: 5/6

@Mjöllnir/Seelenfeuer 2022

Rezension: Marrasmieli – Martaiden Mailta (Naturmacht Productions 2022)

Wer erinnert sich noch an die älteren Alben von Moonsorrow, denn in die eine ähnliche musikalische Richtung geht Marrasmieli, die ebenso aus Finnland stammen. Marrasmieli haben gerade ihr zweites Alben „Martaiden Mailta“ über Naturmacht Productions veröffentlicht. Musikalisch führen die Finnen ihren eingeschlagenen Weg fort und präsentieren weiterhin sehr melodischen Pagan Metal mit sehr viel Atmosphäre. Das knapp 45 minütige lange Album wird als CD Version erhältlich sein, während eine Vinyl Version erst im Spätsommer erscheinen wird. Das Artwork sticht in seinen Blautönen hervor und rundet das starke Gesamtwerk ab.

Musikalisch ist das Album schon mal eine echte Granate geworden. Präzises und auch variables Riffing zeugt schon mal, dass man dem Album eine Chance geben sollte. Wie bereits erwähnt erinnert Marrasmieli an die Landsmänner von Moonsorrow, zelebrieren sie doch ihre Songs in ähnlicher Weise. Spielerisch verstehen die Finnen ihr Handwerk und erzeugen eine atemberaubende und mitreisende Atmosphäre. Die klare und kraftvolle Produktion rundet das Gesamtwerk ab. Chorgesänge sorgen für Gänsehautatmosphäre. „Martaiden Mailta“ sollte man definitiv mehrmals anhören, denn ansonsten verpasst man die vielen vorhandenen und versteckten Feinheiten der Songs. Das Album bietet einen echten Ohrwurmcharackter und schnell summt man im Unbewussten die Melodien mit. „Martaiden Mailta“ toppt den Vorgänger noch um Einiges, die Atmosphäre ist dichter und auch die Stücke sind insgesamt noch filigraner und ausgereifter. Freunde des atmosphärischen BM‘s sollten sich das Album definitiv in ihre Sammlung stellen, denn schon jetzt zählt es für mich zu den musikalischen Höhepunkten des Jahres. Einen Anspieltipp nennen möchte ich nicht, zu stark ist das Album als Ganzes.

Fazit: Marrasmieli veröffentlichten mit ihrem zweiten Album ein bärenstarkes Album, das sowohl aus spielerischer und atmosphärischer Sicht überzeugen kann. Kaufempfehlung für Freund des atmosphärischen BM’s.

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. Frozen, Far North
  2. The Forest of My Soul
  3. Ghosts of Future and Past
  4. The Oaks of England
  5. Far in the Frozen North

Bewertung: 5,5/6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Gniew – Konsylium oprawców (Societas Oculorum Arcanorum2022)

Eine neue aber dennoch alte Formation ist Gniew. Gniew existiert erst seit letztem Jahr, besteht aber aus 3 Bandmitgliedern von Plaga, welche auch hierzulande durchaus bekannt sein dürften. Um Plaga ist es die letzten Jahre stiller geworden, aber nun tritt Gniew aus derem Schatten hervor und klingt doch sehr ähnlich, aber dennoch anders. Gitarrendominierenden BM sehr melodisch und hypnotisch weiß Akzente zu setzen. Die EP „Konsylium oprawców“ umfasst 3 Songs mit einer Spieldauer von knapp 21 Minuten. Die EP „Konsylium oprawców“ ist als CD Version nun über Societas Oculorum Arcanorum erschienen.

Einige wenige Augenblicke genügen und die Polen entfachen ein beeindruckendes Rifffeuerwerk. Einfach erfrischend, aber auch spektakulär was die Polen hier abliefern. Die Songs strotzen nur so von Ideen und Leben. Ähnlich wie ihre Landsmänner um MGLA verzichtet man auf Schnickschnack wie Keyboards und lässt dafür die Gitarren sprechen und das verstehen die 3 Polen sehr gut. Eigentlich schade, dass es um Plaga so still geworden ist, gut Gniew können die Lücke mehr als nur schliessen, dennoch warte ich schon länger auf eine neue Veröffentlichung von Plaga. Widmen wir uns aber nun weiter der EP, die mit einer bärenstarken Produktion aufwarten kann. Die Vocals können sich ebenso hören lassen. Leider und das ist wieder Meckern auf hohem Niveau von mir, ist die EP viel zu kurz, denn ich möchte tiefer im melodischen und hypnotischen Gitarrensound versinken, aber sehen wir es positiv, ein Anfang ist gemacht und die Polen werden der EP hoffentlich weitere Veröffentlichungen folgen lassen. Mein persönlicher Favorit ist der letzte Song „Konsylium oprawców“ sehr progressiv in seiner Ausrichtung und dennoch sehr stark von seinen Riffing, bleibt er im Gehörgang hängen. Es passt auf der EP schon sehr viel zusammen und es bleibt die Hoffnung auf ein komplettes Album der Polen.

Hörbeispiel:

Fazit: Gniew machen durch ihre erste EP „Konsylium oprawców“ auf sich aufmerksam und überraschen durch ihre Mischung aus progressiven aber jederzeit melodischen Momenten. Wer MGLA oder Plaga kennt kann bei Gniew bedenkenlos zu greifen.

Trackliste:

  1. Prowadzony na szafot
  2. Tormentum Aeternum
  3. Konsylium oprawców

Bewertung: 5/6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Vorga – Striving Toward Oblivion (Transcending Obscurity Records 2022)

Aus Baden-Württemberg, genauer gesagt aus Karlsruhe, stammt die BM Formation Vorga. Musikalisch geht die Band auf ihrem bereits im Februar erschienenen Album „Striving toward Oblivion“ größtenteils sehr melodisch zu Werke. Das Album besteht aus insgesamt 8 Stücken, welche eine Spieldauer von knapp 45 Minuten umfassen. „Striving toward Oblivion“ ist über Transcending Obscurity Records in allen gängigen Formaten erschienen. Das Artwork finde ich persönlich sehr ausdrucksstark, denn es passt sehr gut zur Musik der Band.

Wieder mal eine Band bei YouTube entdeckt, deren Album mich von Anfang bis zum Ende zu begeistern weiß. Vorga überzeugen durch ihren melodischen, manchmal auch progressiven BM. Die Stücke sind sehr dynamisch und abwechslungsreich und die Gitarren stehen eindeutig im Vordergrund, dennoch entsteht eine imposante Atmosphäre, der man sich nicht entziehen. Die Musiker verstehen ihr Handwerk und ich bedaure, dass ich auf die Band erst jetzt aufmerksam geworden bin. Die erste EP „Radiant Gloom“ ist bereits 2019 erschienen und klingt schon richtig stark, wobei die Songs des Album nochmals um einiges besser klingen. Die aktuellen Stücke weisen noch mehr Feinheiten und Tiefe auf, beides erschließt sich aber erst nach mehreren Durchgängen. Die Produktion drückt kraftvoll aus den Boxen. Mein persönlicher Favorit des Albums ist der letzte Song „Death Manifesting“ mit seinen sehr progressiven Riffstrukturen weiß er von Beginn an zu überzeugen. Wer eben gerne nicht nur auf den eingeschlagenen Wegen des BM‘s wandelt, sollte sich „Striving toward Oblivion“ mal zu Gemüte führen, denn die Band macht meines Erachtens nach viel richtig und dennoch schafft sie es sich vom BM Mainstream abzuheben. Ich persönlich werde den musikalischen Werdegang der Karlsruher auf jeden Fall weiterverfolgen.

Fazit: Vorga zeigen dass BM auch losgelöst der typischen BM Merkmale richtig gut klingen kann. „Striving toward Oblivion“ ist ein rundum gelungenes Werk, welches von Anfang bis Ende Aktente setzen kann.

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. Starless Sky
  2. Comet
  3. Disgust
  4. Stars My Destination
  5. Last Transmission
  6. Fool’s Paradise
  7. Taken
  8. Death Manifesting

Band: https://vorga.bandcamp.com/

Bewertung: 5,5/ 6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Nornir – Verdandi (Northern Silence Productions 2022

Wiederveröffentlichungen von Alben sind immer so eine Sache und Jeder sieht es anders, doch die Sachsen waren nach der Veröffentlichung von „Verdandi“ 2019 unzufrieden mit dem Endresultat, weshalb sie sich entschieden haben das Album nochmals neu mastern zu lasen. Das Album gewinnt nun deutlich an Atmosphäre und Tiefe. „Verdandi“ zählt für mich auch heute noch zu den besten deutschen BM Veröffentlichungen. Die Sachsen zelebrieren melodischen, heidnischen und atmosphärischen BM. „Verdandi“ umfasst insgesamt 7 Stücke, welche es auf eine Spieldauer von knapp 45 Minuten erreichen.

Klar gibt es im Nachhinein immer noch was zu verbessern, weshalb ich es toll finde, dass Nornir „Verdandi“ neu gemastert haben. Nicht jeder kann eine solche Entscheidung nachvollziehen, doch obliegt es der künstlerischen Freiheit, ein bereits veröffentlichtest Werk wieder zu veröffentlichen, zumal das Album an Tiefgang und Atmosphäre gewinnt. Musikalisch zählte „Verdandi“ schon 2019 zu den besten Veröffentlichungen des Jahres. Starkes Songwriting mit sehr dynamischen Songstrukturen wissen zu begeistern. Das nochmalige Mastern hat dem Album richtig gut getan, die Songs wirken ein Ticken flüssiger und auch die Produktion ist nun druckvoller als in der ursprünglichen Fassung von 2019. Logisch stellt sich der Käufer die Frage, ob er sich das Album nochmal zulegen sollte, wenn er es bereits in seiner Sammlung hat, aber wer es noch nicht, kann bedenkenlos zugreifen. Meine persönlichen Favoriten sind „Vergessenheit“ oder „Yggdrasil og nornene“, beide Stücke zeigen das spielerische Potenzial der Sachsen sehr deutlich.

Fazit: Nornir machen mit der Wiederveröffentlichung von „Verdandi“ meiner nach Alles richtig, denn die Stücke wirken nochmals intensiver und die Produktion drückt noch mehr, kleinere Fehler wurden ausgemerzt. Klare Kaufempfehlung!

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. Kveld
  2. Vergessenheit
  3. Natt
  4. Transzendenz
  5. Yggdrasil og nornene
  6. Isvinden i nord
  7. Valhalla’s Call

Bewertung: 5,5/6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Heinous – Ritual, Blood and Mysterious Dawn (Nuclear War Now! Productions 2022)

Die belgischen Schwarzheimer um Heinous sind mir bisher noch nicht musikalisch begegnet, weshalb ich erst mal ohne große Erwartungen an das erste Album der Belgier herangegangen bin. Musikalisch tendiert die Band eher in die War Metal Richtung, was dem Album aber kein Abbruch tut wie ich finde. Die Band selbst besteht aus einigen mehr oder weniger bekannten Musikern, welche in einigen bekannten Truppen aktiv bzw. aktiv waren. Das Artwork weckt schon mal das Interesse am Album und ist richtig Oldschool wie ich finde. Erschienen ist es übrigens über Nuclear War Now Productions!als CD und Tape Version.

Die Belgier legen los wie die Feuerwehr und nur sehr selten tritt die Band ausfdie Bremse. Der größte Teil des Albums bewegt sich im rasenden Tempobereich. Starke Gitarrensoli und imposante Vocals lassen erahnen, dass die Musiker ihr Handwerk verstehen und das mit ihnen auch zukünftig zu rechnen sein dürfte. Das Album unterteilt sich in Intro und Outro, dazwischen bleiben 6 okkulte und satanische Songs. Die Songs sind sehr die dynamisch in ihrem Aufbau und gehen gut ins Ohr. Nicht Jeder dürfte Gefallen am Album haben, aber wer Bands wie Goatpenis oder Black Witchery etwas abgewinnen kann, sollte sich das Album in seine Sammlung stellen. Mit fällt es schwer einen Song hervorzuheben, denn „Ritual, Blood and Mysterious Dawn“ sollte man als Gesamtwerk betrachten, welches keinerlei Schwächen aufweist. Das Album ist eine Hommage an die 90ziger brutal, rau und kompromisslos. Lange hab ich kein Album mit einer solchen intensiven Atmosphäre gehört. Nach knapp einer halben Stunde endet das Album und es bleiben für mich nur 2 Fragen offen, wann erscheint die nächste Veröffentlichung der Belgier und wann spielt Heimous irgendwo Live.

Fazit: Die belgische BM Formation Heimous liefern mit ihren ersten Album „Ritual, Blood and Mysterious Dawn“ ein richtig starkes Gesamtwerk ab. Die Belgier verzichten glücklicherweise auf großen Schnickschnack und zeigen wie BM zu klingen hat.

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. Prologue
  2. Ritual, Blood and Mysterious Dawn
  3. Eternal Curse of the Knights
  4. Last Days of the Apostates
  5. Seven Sins of the Light
  6. Unholy Fate
  7. Cursed King’s Death
  8. Epilogue

Band: https://thetrueheinous.bandcamp.com/

Bewertung: 5/6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Ravenous Dusk -The Dead of Night (Seance Records 2022)

Ravenous Dusk ist eine ziemlich neue BM Formation von Down Under, welche gerade ihr erstes Lebenszeichen in Form der EP „The Dead of Night“ veröffentlicht hat. Die beiden Australier sind jedoch alles andere als unbekannt, sind sie doch in zahlreichen andern Bands wie z.B. Naxul oder Pestilential Shadows aktiv. Musikalisch orientiert man sich am atmosphärischen BM der 90zigern. Rauer Gitarrensound mit hypnotischen Riffs, weiß zu Gefallen. „The Dead of Night“ umfasst eine Spieldauer von etwas mehr als 20 Minuten und 4 Stücke. Erscheinen wird die EP über Seance Records erstmal nur als Tape Version.

Wraith und Balam verstehen ihr Handwerk, denn die Songs sind in ihrem Aufbau dynamisch aber nicht komplex. Die EP weiß von Anfang an Akzente zu setzen. Lyrisch greifen die Australier die Vampir Thematik auf, düster, bizarr und blutrünstig. Rauer Gitarrensound mit hypnotischem Riffing erzeugt eine imposante Atmosphäre, der der Hörer sich nicht zu entziehen vermag. Die Produktion drückt ordentlich und auch die Vocals passen zum guten Gesamteindruck der EP. Die Stücke bewegen sich meist im mittleren Tempobereich, nur sehr selten nehmen sie an Fahrt auf, das Schlagzeug klingt selbst im rasenden Tempo druckvoll. Die Australier verstärken die Atmosphäre durch den Einsatz des Keyboards, allerdings ist der dezente Einsatz der Schlüssel der EP, denn die Stücke wirken nicht kitschig, sondern die Keyboardsklänge verstärken die Stimmung der EP. Musikalisch erinnert mich die Band an Emporer zu „In The Nightside Eclipse“ Zeiten. Ravenous Dusk zeigen, dass man die Band im Auge behalten sollte, denn mit „The Dead of Night“ haben die Australier schon mal einen starken Einstand geben.

Fazit: Ravenous Dusk können auf ihren ersten Lebenszeichen durchaus Akzente setzen. Spielerisch stark und eine düstere bedrohliche Atmosphäre, lassen den Hörer tief in die Welt des Vampirismus abtauchen.

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. Tongues of Black Flame
  2. Matriarch of Hell
  3. Animam Agere (instrumental)
  4. Poison Shadow

Label: https://seancerecords.bandcamp.com/

Bewertung: 5/6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Flagras – Lohe (Deviant Records/ Sol Records 2022)

Sol Records/ Deviant Records haut aktuell eine starke Veröffentlichung nach der anderen raus. Eine weitere starke Veröffentlichung ist das Debütalbum der Nordlichter Flagras, die mit „Lohe“ gerade erst ihren Einstand auf den genannten Labels geben. Flagras orientiert sich am atmosphärischen BM mit sehr viel Tiefgang und einer imposanten Atmosphäre. Bisher gab es 2020 nur eine EP, doch nun folgt ein komplettes Album mit tollem Artwork, 5 Stücken und etwas mehr als 40 Minuten Spieldauer. Erscheinen wird „Lohe“ übrigens als CD Version über die schon genannten Labels und in Eigenregie auch als Tape Version über die Band selbst.

Musikalisch beginnt das Album sehr atmosphärisch und im schleppendem Tempo Bereich und baut erstmal langsam Atmosphäre und Spannung auf. Bereits der erste Song „Crupta“ zeigt einiges des Potenzials des Albums. Markant sind auch die Vocals, welche den Stücken ihren Stempel aufdrücken. Flagras haben ihre Stärken eindeutig im langsamen Tempobereich, denn gerade hier versprühen die Songs eine ganz besondere Atmosphäre, der der Hörer sich nicht entziehen kann. Einer meiner favorisierten Stücke des Albums ist der dritte Song „Toverie“ sehr rhythmisch zu Anfang, fräsen sich die Riffs schnell in den Gehörgang. Überhaupt kann man festhalten, dass die Band ihr Handwerk versteht und Schwachpunkte nicht zu erkennen sind. Flagras lassen mit ihren Debüt „Lohe“ aufhorchen und wecken das Verlangen nach weiteren Veröffentlichungen, auch wenn mit „Lohe“ erstmal ein starker Anfang geglückt ist.

Fazit: Sol Records/ Deviant Records hat mal wieder das richtige Näschen bewiesen und hat gut getan das Debütalbum der Nordlichter um Flagras zu veröffentlichen. Das Album ist spielerisch stark und auch die Atmosphäre kann Akzente setzen. Klare Kaufempfehlung von mir!

Hörbeispiel:

Trackliste:

  1. Crupta
  2. Kairos
  3. Toverie
  4. Útiseta
  5. Winternacht

Band: https://flagras.bandcamp.com/releases

Bewertung: 5,5/6

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 2022

Rezension: Mrtva Vod – Divided in Life (Stygian Black Hand 2022)

Mrtva Vod ist eine Ein – Mann Band, welche in der Ukraine beheimatet ist und seit 2020 existiert. Musikalisch orientiert sich die Band am rasenden und atmosphärischen BM. Klingt sehr skandinavisch beeinflusst. „Divided in Life“ ist übrigens das erste Album des Ukrainers, der vorher eine erste EP veröffentlichte. Die Fakten können sich meines Erachtens nach durchaus sehen, denn 9 Songs und eine Spieldauer von etwas mehr als einer halben Stunde, ist für ein erstes Album schon mal gar nicht schlecht. Erscheinen wird das Album als Vinyl Version und eben digital.

Osteuropäischer BM hat immer mehr Liebhaber und auch ich mag den BM insbesondere aus der Ukraine schon seit vielen Jahren. Eine noch frische und junge Band aus der Ukraine ist Mrtva VOD, die mit ihren aktuellen Album „Divided in Life“ durchaus überraschen dürften. Rasender BM mit einer sehr intensiven Atmosphäre weiß von Anfang an Akzente zu setzen. Heisere krächzende Vocals setzen den Stücken zusätzlich ihren Stempel auf. Schon sehr beeindruckend was der einzige Protagonist hier abliefert. Die Gitarren und die Vocals stehen eindeutig im Vordergrund und sonst verzichtet man auf unnötigen Ballast, was der gesamte Veröffentlichung aber gut tut, denn so erzeugt man Authentizität. Insgesamt klingt „Divided in Life“ doch sehr skandinavisch, was mir persönlich sehr gefällt, obwohl Kritiker, das der Band zum Vorwurf machen könnten, da innovative Idee fehlen, ich auf jeden Fall finde das Album sehr gelungen. Mir ist das Album leider zu kurz, aber das ist kein wirklicher Kritikpunkt von meiner Seite und eher mit einem zwinkernden Auge gemeint. Gerade in der Zeit wie sie aktuell herrscht, sollte man Bands aus der Ukraine unterstützen und so ein persönliches Zeichen setzen.

Fazit: Mrtva Vod ist eine noch junge BM Formation mit der musikalisch in Zukunft zu rechnen sein dürfte. „Divided in Life“ ist ein spielerisch starkes Album, das schon mal das Potenzial der Band zeigt. Kaufempfehlung!

Hörbeispiel:

Trackliste:

Band:

  1. To ne zlyva rydaye nad namy
  2. In the Mirror
  3. Drenched in Grime
  4. Under the World of Yours
  5. Vse odmicheno smerti imenem
  6. Funeral Soil is Hissing
  7. Zirkam ohydno syudy hlyadity
  8. Divided in Life
  9. Rotted Lands

Bewertung: 5/6

Band: https://mrtvavod.bandcamp.com/releases

@Mjöllnir/ Seelenfeuer 202/