Interview mit Lord Mortvm

Seit Black Sabbath 1970 die Doom-Vorlage gab, hat sich das Genre allmählich zu einem weltweiten Phänomen entwickelt. Nachfolgende Doom Künstler wie Pentagram, St. Vitus, Cathedral und Electric Wizard, erwiesen sich als große Innovatoren und brachten Riff Worship und die Kunst, dunkle, bedrohliche Atmosphären mit Musik zu schaffen, die sich kontinuierlich weiterentwickelte und Grenzen überschritt.

Heute hat Doom einen beachtlichen Stellenwert in der Welt des Metals und eine neue Generation von Bands wie 1782, Acid Mammoth, Black Tomb und viele andere, verbreiten ihre dunkle Botschaft mit immer mehr beeindruckenden Veröffentlichungen.

Somit kommen wir zu Lord Mortvm, ein Musiker, der die trostlose satanische Stimmung seiner norwegischen Black Metal Kohorten, wie Mayhem und Darkthrone, mit Texturen des modernen Doom verbindet. Mit seinem Debüt-Album „Diabolical Omen of Hell“ offenbart er die zahlreichen musikalischen Einflüsse, die seine Arbeit mitgeprägt haben und eine wahre Hommage an Satan darstellen. Sein Timing ist tadellos, da die moderne Welt zunehmend in Chaos und Fäulnis zerfällt und religiöser Wahnsinn in jeder Gesellschaftschicht auf der ganzen Welt, weit verbreitet ist.

Ich verabredete mich mit Lord Mortvm, der gerade den wachsenden Erfolg seines Album’s zelebriert und habe ihn gefragt, was sein Weltbild und seine finstere, düstere Musik, die er im Alleingang geschaffen hat, geprägt hat.

Lord Mortvm, vielen Dank, daß du diesem Interview für Seelenfeuer zugestimmt hast. Herzlichen Glückwunsch zum Album „Diabolical Omen of Hell“, welches ich hervorragend finde. Wie lange hat das Schreiben, Aufnehmen und Mischen gedauert?

Lord Mortvm: Hi. Danke für die Einladung. Der Arbeitsprozess des Album’s war sehr kurz, ich denke alles zusammen hat 3 Monate gedauert.

Mir ist aufgefallen, daß du eine Reihe musikalischer Einflüsse aufgezählt hast, die von Sabbath über Mayhem bis hin zu Electric Wizard reichen. Warum sind diese Künstler für dich persönlich so wichtig und welche anderen Künstler haben deine Ideen beeinflußt? Was ist mit nicht-musikalischen Einflüssen? Kannst du uns etwas darüber erzählen?

Lord Mortvm: Diese Künstler haben alle eine sehr ähnliche Botschaft untereinander, mit der ich mich identifiziere. Die anderen nicht-musikalischen Einflüsse sind Filme wie „Nosferatu“, „Devil’s Blood“ und natürlich „Die Satanische Bibel“ (Anton LaVey).

Welche Texte und Autoren haben dich besonders inspiriert und warum?

Lord Mortvm: LaVey, Heidentum, Schwarze Messen…Satanismus ist etwas, daß ich seit einigen Jahren praktiziere.

Wie beurteilst du als Norweger, das Black Metal Erbe deines Landes? Auf welche spezifischen Künstler von Mayhem, Darkthrone etc. beziehst du dich am meisten?

Lord Mortvm: Hier in Norwegen ist das Vermächtnis enorm. Es gibt welche, die das nicht akzeptieren wollen, aber es ist ein großer Teil unserer Kultur. Die ersten zwei Bands, die ich hörte, als ich Black Metal kennenlernte, waren Mayhem und Darkthrone. Diese beiden sind bis heute meine Favoriten.

Welche Botschaft übermittelst du in „Diabolical Omen of Hell“? Folgst du einem bestimmten spirituellen Weg, der deine lyrischen und musikalischen Ideen prägt?

Lord Mortvm: Ja, total…alle Lieder auf dem Album (außer „Devil Doll“) haben generell die gleiche Nachricht.

Ich fand die Voice Samples, die du auf dem Album verwendet hast, sehr interessant. Kannst du uns etwas darüber erzählen und warum hast du sie ausgewählt?

Lord Mortvm: Ich habe Auszüge aus Anton LaVey`s „The Satanic Mass“ verwendet und im Internet ein Interview mit einer iranischen Frau gefunden, die über Schwarze Messen spricht, aber auch Auszüge aus verschiedenen B-Movies aus den 70er Jahren sind dabei.

Natürlich habe ich den satanischen Einfluß sehr deutlich auf dem Album und in den von dir verwendeten Bilder bemerkt. Hast du das Gefühl, daß es dir persönlich wichtig ist, durch deine Musik eine klare satanische Botschaft zu vermitteln? Und warum, wenn ich fragen darf, ist das dir so wichtig?

Lord Mortvm: Diese Botschaft ist ein Teil dessen, was mich ausmacht. Ich denke es ist ganz natürlich, daß meine Texte dies widerspiegeln.

Planst du in Zukunft mehr Musik zu kreieren, die diese Botschaft trägt und wird sie auf dem aufbauen, was du in „Diabolical Omen of Hell“ erfolgreich erreicht hast?

Lord Mortvm: Das weiß ich nicht wirklich…wenn ich Lieder schreibe, denke ich vorher nicht darüber nach, was ich sagen werde, das kommt eher spontan zustande.

Zurück zum Album, wie denkst du paßt es in den breitgefächerten Rahmen des Doom? Fühlst du eine Affinität zu anderen Bands wie 1782 , Acid Mammoth, Black Tomb, Nortt etc.?

Lord Mortvm: Ich denke es ist eine großartige Zeit für Doom, es gibt viele gute Bands. Die, die du nennst sind sehr gut, vielleicht ist meine Musik etwas dunkler und hat eine andere Botschaft, aber es gibt eine Verbindung zwischen dem Sound und dem Riffkult.

Du bist eindeutig ein versierter Musiker. Wie lange spielst du schon und vor welchen Herausforderungen standest du als Ein-Mann-Band bei den Aufnahmen?

Lord Mortvm: Seit ich 5 Jahre alt bin mache ich Musik und mit dem Gitarrespielen habe ich angefangen als ich noch ein Kind war. Alles allein aufzunehmen war nicht so schwierig, wie ich dachte. Ich habe gearbeitet, wann ich Zeit hatte und die Lieder so oft gespielt bis mir im richtigen Moment der richtig Einfall kam, um das Album zu vervollständigen.

Das Album scheint das organisierte Christentum als eine Versammlung von Verrückten zu betrachten und die Samples bringen das sehr gut zum Ausdruck. Ist das eine der Botschaften, die du vermitteln wolltest? Wie denkst du über den Right-Hand-Path Glauben?

Lord Mortvm: Hmm nicht wirklich….gute Frage. Ich habe meine Glaubensrichtungen, aber das bedeutet nicht, daß ich Recht habe. Es ist nur meine Version, meine Vision und Lebenserfahrung.

Was kannst du mir über das Artwork sagen, welches ich übrigens super und perfekt zum Album passend fand? Hast du das Cover entworfen? Was war der Gedanke dahinter?

Lord Mortvm: Das Artwork wurde von Josephine Glass erstellt. Sie hat die Zeichnungen und ich habe das Design gemacht. Ich mag ihre Arbeit sehr, sie ist eine großartige Künstlerin und hat einen Killerjob gemacht.

Es ist schwer einen Favoriten auf diesem Album auszuwählen, aber ich würde mich dennoch für „Children of Haze“ entscheiden. Wer sind die Children of Haze?

Lord Mortvm: Die Children of Haze sind diejenigen, die die Botschaft des Herrn nicht hören wollen.

Sind irgendwelche Live-Gigs in Planung, sobald die derzeitige Pandemie besser unter Kontrolle ist? Falls ja, würden es 3 oder mehr Musiker sein, die auf der Bühne stehen?

Lord Mortvm: Wenn es wieder möglich ist live aufzutreten, werde ich mich dem Gesang widmen und 3 weitere Musiker (Schlagzeug, Gitarre, Bass) hinzuziehen.

Seit den Anfängen in Aston, Birmingham in den frühen 1970er Jahren, hat Doom unsere menschliche Welt reflektiert, die brutal, unversöhnlich und letztendlich sinnlos ist. Das ist die Realität und guter Doom hat dies immer mit tiefblickender Ehrlichkeit und unerbittlicher Verachtung präsentiert. Lord Mortvm hat die Fackel des Doom und des Black Metal sehr gekonnt in eine Gesellschaft getragen, die am Rande steht. Ob man akzeptiert, daß der Satanismus eine zutiefst herausfordernde und dennoch effektive alternative Vision bietet oder nicht, sein Debütalbum ist in vieler Hinsicht genau das Richtige. Es ist ein großartiges Werk und wir freuen uns auf mehr…

„Diabolical Omen of Hell“ ist erhältlich in allen Formaten bei:

https://regainrecords.bandcamp.com/album/diabolical-omen-of-hell

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