REZENSION (Deutsch): Kalmankantaja – „Viimeinen Virsi II: Sairaan Sielun Sanat“ (Wolfspell Records, 2020)

Über die finnische Band Kalmankantaja (zu deutsch „Träger des Todes“) noch großartig Worte zu verlieren, hieße die berühmten Eulen nach Athen tragen zu wollen. 2011 gegründet, machte sich dieses Bandprojekt im Untergrund einen Namen als Künstler, bei dem bzw denen sich Qualität und Quantität (17 Alben, scheinbar unzählige Splits und einige Compilations in gerade mal 10 Jahren Existenz) nicht gegenseitig ausschließen. Diesem sogenannten Untergrund gehören Kalmankantaja nach wie vor an. Mal Band mit externem Sänger Tyrant von Malum als zweitem Mitglied, mal Projekt mit Hauptakteur Grim666, welcher komplett alles übernimmt. Jener Grim666 beschert uns diesmal im Alleingang das mir hier vorliegende 17. Album. Dieses ist thematisch die Fortsetzung der 2014er Scheibe „Viimeinen Virsi“. Der Albumtitel bedeutet auf Deutsch soviel wie „Letzte Hymne – Kunst der kranken Seele“. Der Urheber dieses Werks möge mich im Zweifelsfall verbessern, da ich des Finnischen nicht mächtig bin. Wie von Kalmankantaja gewohnt, entfalten die Stücke über eine Überlänge von meist mehr als 10 min ihre einzigartige repetitive Magie. Ganze 3 Stücke mit insgesamt reichlich 38 min sind es diesmal geworden. Gleich im Eröffnungsstück „Musta Viha Sielussani“ („Schwarzer Zorn der Seele“), welches mit einer Art Heulen und Flüstern unterlegt vom Knarren einer Tür startet, wird man in eine andere Welt, einer Welt aus Melancholie und Tristesse, entführt. Gitarren und das begleitende Keyboard gehen hier Hand in Hand. Das Schlagzeug ist gut hörbar, ohne zu weit im Vordergrund zu sein. Der Gesang wurde diesmal von Grim666 allein übernommen und vermittelt v a durch das individuelle Mastering ein leicht nostalgisches Filosofem-Feeling. In der Mitte wird noch eine schöne Akustikgitarre eingebaut. Lied Nr. 2 „Minnun On Valta Ja Voima“ („Mein ist die Kraft und die Macht“) setzt die Stimmung des ersten Stücks fort. Durchweg schleppend und dem Gefühl nach noch etwas melancholischer, gar trauriger. Es fällt auf, dass auf diesem Album wieder ein Schritt zurück zum DSBM der Anfangstage getan wurde, anstatt eher auf atmosphärischen BM der letzten Alben wie z B „Kaski“ zu setzen. Das Ganze ist aber auch nachvollziehbar, da es sich wie bereits erwähnt um die Fortsetzung von „Viimeinen Virsi“ handelt. Den Abschluss bildet das wunderschöne Instrumental „Lopussa On Vain Kuolema“ („Am Ende ist nur Tod“). Atmosphäre und Schwelgen par excellence. Das Artwork ist auch, nun ja, äußerst sehenswert. Nur eine Frage bleibt offen: wann isst und schläft dieser Mann eigentlich? Er hat schließlich außer Kalmankantaja noch weitere Bandprojekte. Das Album erschien bereits Anfang September 2020 digital und ist seit Anfang November 2020 in einer 500er Auflage über Wolfspell Records (PL) als CD im Digipak zu beziehen. Fehlt nur noch eine Auflage auf Vinyl. Absolut top!!

6/6 Punkten

Yggdrasil / Seelenfeuer 2021

Besetzung

Grim666: ALLES

Hörbeispiel

Titelliste

1.) Musta Viha Sielussani

2.) Minnun On Valta Ja Voima

3.) Lopussa On Vain Kuolema

Zu beziehen bei

Digital über Bandcamp leider nicht mehr erhältlich…. aber physisch unter

https://wolfspell.pl/en_US/p/KALMANKANTAJA-Viimeinen-Virsi-II-DigiCD/3850

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