Besprechung: CAUSAM – Doomsday Rapture (Eigenveröffentlichung, 2021)

Post-Apocalyptic-Black-Metal nennen diese fünf Eidgenossen ihre Interpretation dieses dunkelsten Subgenres des Metal. „Ende 2019 suchte Schlagzeuger Abaddon Musiker, die Lust hatten, eine Post-apokalyptische Black-Metal-Band zu gründen. Im Januar 2020 lernte Abaddon Arcis kennen. Kurz darauf kam Arawan mit dazu und zu dritt gründeten sie Causam. Die Band wurde mit Andras und Glievas vollständig. Ende 2020 wurden das Komponieren und die Studioarbeiten für das Debüt-Album ‚Doomsday Rapture‘ abgeschlossen.“ [Abaddon] Soweit die noch recht jung anmutende, von Abaddon mir freundlicherweise zur Verfügung gestellte Bandbiographie. Seit dem 12.2.2021 ist dieses mit seinen reichlich 34 min zwar relativ kurze Album via Direktkontakt zur Band, sowohl digital, als auch physisch zu erstehen. Diese erwähnten 34 min fallen aber absolut nicht negativ ins Gewicht, ganz im Gegenteil. Um hier ein altes aber bewährtes Sprichwort heranzuziehen: „In der Kürze liegt die Würze.“ Zu Beginn sticht bereits das als Albumcover fungierende wunderbare, in einem Art Sepia-lila-Ton gehaltene Naturbild ins Auge. Man ist somit bereits in der richtigen Stimmung. Das „Intro“ mit seiner gezupften Akustikgitarre lässt Erinnerungen an Empyrium und deren Naturmystizismus aufkommen und leitet sehr stimmungsvoll ein. Das anschließende „Wasteland Utopia“ erweist sich als schön melodisches Eröffnungsstück mit einer den Song tragenden Leadgitarre. Diese könnte zwischendurch gleich ausgesprochen, aber auf Deutsch geschrieben, „Liedgitarre“, genannt werden, da sie sich singend so schön ihren Weg durch die bevorstehende Apokalypse bahnt. Der Ausdruck „schön“ ist mit Black-Metal im Grunde genommen unvereinbar, bekommt jedoch hier seine ganz individuelle Bedeutung. Lied Nr. 3 „Beauty Of Decay“ tönt, ganz dem Titel entsprechend, eine ganze Ecke melancholischer daher. Auffällig bei allen 7 Liefern (exklusive Intro) ist neben dem allgegenwärtigen Tremolo der Gitarre, die detailgetreue und nuancierte Schlagzeugarbeit von Abaddon mit dem virtuosen Einsatz der Becken. „Born Into A Violent World“ ist ein weiteres starkes Stück mit einem Wechsel von verzerrten und klaren Gitarrenpassagen. Der Gesang ist sowohl hier, als auch in den anderen Liedern schön garstig und keifend, jedoch nicht allzu gepresst wie bei manch anderem Vokalisten im Schwarzmetall. Die Band möge es mir verzeihen, dass ich nach dem Intro in Lied Nr. 5 „Primal Instinct“ eine weitere Band als Referenz anführe, jedoch ging mir der Gedanke einfach nicht mehr aus dem Kopf: die Polen Mgła standen zumindest in einigen Sequenzen dieses Stücks Pate. Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass sich viele Bands auf deren Einflüsse und musikalische Vorbilder beziehen und aus diesen Inspiration schöpfen. Insofern sehe ich dies als vollkommen legitim an. „Eternal“ wird getragen von einer leicht russisch anmutenden Mollmelodie. Hier geht es wie in fast allen Stücken abwechselnd flott oder mittelschnell zur Sache. Und wieder diese geniale Leadgitarre… Auch „Meritocrazy“ ist begeisternd melodisch, bevor mit „Cleansing“ der Abschluss oder die Endzeit (ganz wie belieben) eingeläutet wird. Eine Luftschutzsirene eröffnet und beendet dieses Stück. „Marching towards our fate, calling to arms, what once was precious, is lost at last […] Arising from the ashes, of those who fall, are the ones that waited for this world to go.“ Mehr Worte braucht es zu diesem würdigen Abschluss nicht. Causam liefern mit „Doomsday Rapture“ ein dickes Ausrufezeichen mit Hoffnung auf zukünftige (Un-)taten ab, vorausgesetzt die Apokalypse wartet noch etwas.

5,5/6 Punkten

Yggdrasil / Seelenfeuer 2021

Besetzung

Grievas: vocals

Arcis: guitar

Arawan: guitar

Andras: bass

Abaddon: drums

Titelliste

1.) Intro

2.) Wasteland Utopia

3.) Beauty Of Decay

4.) Born Into A Violent World

5.) Primal Instinct

6.) Eternal

7.) Meritocrazy

8.) Cleansing

Zu beziehen:

Digital bei: https://distrokid.com/hyperfollow/causam/doomsday-rapture

Physisch als CD bei: https://causam.ch/en/shop-en/

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