Totenwache – Kriegswesen (Eigenveröffentlichung) 2020

Etwas mehr als ein Jahr ist vergangen, seit diese drei Recken von der Waterkant ihr allseits gefeiertes Debüt „Der schwarze Hort“ unter eben jene Seelen brachten. Für ein ersten Raunen im Vorfeld seit der Bandgründung im Jahre 2017 sorgten bereits zwei Demos und eine Split mit Mavorim. Doch mit o. g. Album starteten Totenwache im Untergrund vollends durch. Nun, kurz vor Ende des bereits (oder zum Glück…wie Ihr wollt) abgelaufenen Jahres 2020 wurde das heiße Eisen aus dem kühlen Norden ein weiteres Mal geschürt. „Kriegswesen“ nennt sich die aktuelle EP. Dieser erneut in Eigenregie veröffentlichte Tonträger knüpft musikalisch nahtlos an das Debütalbum an. „Stillstand“ werden jetzt vielleicht einige schreien. Meiner Meinung nach festigt dieses Trio einfach nur seinen eigenen Stil, welcher zwar dem Finnischen alles andere als unähnlich ist, aber gerade deshalb als Huldigung verstanden werden sollte. Textlich begeben wir uns ins Frühmittelalter des sagen wir mal 5. – 10. Jahrhunderts. So zieht sich thematisch ein roter Faden durch die Scheibe. Angefangen mit dem bereits vorab durch YouTube bekannten „Absicht“, welche textlich eine Kriegserklärung an ein von Tyrannei unterjochtes Königreich zum Inhalt hat. Das Anfangsriff erinnert etwas an „Galgenvögel“ vom Debüt, aber wird ziemlich schnell variiert und entwickelt im Laufe des Stücks ein faszinierendes Eigenleben. Das folgende „Aufklärung“ dient zur Ausspähung des Feindes. „Kniet nieder ihr Völker, kniet vor der Herrschaft des Triumvirats“, diese Textzeilen animieren nur so zum Recken der Faust gen Himmel (oder zur Zeit eher gen Wohnzimmerdecke). Die „Invasion“ als logische Folge des vorangegangenen Titels ist Totenwache par excellence. Das bzw. die abschließende „Vernichtung“ führt eine von allerhand Kurzweil geprägte EP einem würdigen Ende entgegen. Das Ganze wird mal wieder abgerundet durch ein schönes Artwork, für welches diesmal Vhan Artworks (Korea) verantwortlich zeichnet.

Animatrum (Bass, Gesang), Valfor (Schlagzeug) und Host Of Cinder (Gitarre) ist mit diesen reichlich 25 min ein Machtwerk geglückt, welches bei uns trotz der kurzen Spielzeit zum ALBUM DES MONATS gekürt werden darf. Das Werk ist digital und als CD auf der Bandcamp-Seite von Totenwache erhältlich. https://totenwache.bandcamp.com/album/kriegswesen

Bewertung: 6/6 Punkten

@yggdrasil

Titelliste

1.) Absicht

2.) Aufklärung

3.) Invasion

4.) Vernichtung

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